"Nicht immer neue Grenzwerte erfinden"

Armin Laschet wendet sich von Merkel-Kurs ab

 Coronavirus - Landesregierung NRW Armin Laschet CDU, Ministerprsident von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Pressekonferenz. Nach den Beratungen von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerprsidenten erluterte Laschet die Position des Landes Nor
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übt Kritik am Corona-Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
mku tba, dpa via REVIERFOTO, Marcel Kusch via REVIERFOTO

Nicht nur am Inzidenzwert ausrichten

Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Armin Laschet hat sich am Montag Abend deutlich gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Corona-Politik positioniert: „Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet“, sagte der 59-Jährige beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats. Er warnte davor, das ganze Leben an Inzidenzwerten abzumessen.

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Keine Bevormundung der Bürger

Armin Laschet wünscht sich im Hinblick auf mögliche Lockerungen eine abwägende Haltung, die sich nicht nur an einem Inzidenzwert von 35 ausrichtet. "Populär ist, glaube ich, immer noch die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder", so der NRW-Ministerpräsident. Allerdings trügen vielleicht Kinder, die monatelang nicht in Schule oder Kita gehen, einen Schaden für das ganze Leben davon. Auch andere Schäden, etwa für Gesellschaft und Wirtschaft, müssten im Hinblick auf die Corona-Maßnahmen berücksichtigt werden.

Laschet äußert damit Kritik am bestehenden Kurs der Bundesregierung. In der vergangenen Woche hatten die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder eine Verlängerung des bestehenden Lockdowns bis zum 7. März 2021 verkündet. Lockerungen sollen dann stattfinden, wenn die sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter einem Wert von 35 liegt.