Neuer CDU-Vorsitzender

Kann Armin Laschet auch Kanzler?

18. Januar 2021 - 10:14 Uhr

Laschet-Rede war ein "Kunstgriff"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist der neue CDU-Vorsitzende!

Laschet hielt auf dem Parteitag vielleicht die Rede seines Lebens (im Video)! Mike Mohring, Mitglied des CDU-Präsidiums, ordnete diese gegenüber RTL/ntv so ein: "Laschet hat mit seiner Rede emotionalisiert. Das war ein Kunstgriff. Rhetorisch war es wirklich gut."

Laschet in seiner Rede: "Mein Vater war Bergmann. Steiger in der Zeche", sagte Laschet. Weiter: "Jeden Tag 1000 Meter unter der Erde, Dunkelheit, harte Arbeit. Er hat mir immer gesagt, wenn du unter Tage bist, dann ist es egal, wo dein Kollege herkommt, welche Religion der hat, wie der aussieht. Entscheidend ist: Kannst du dich auf ihn verlassen?"

Laschet schloss seine Rede mit den Worten: "Ich bin vielleicht nicht der Mann der perfekten Inszenierung, aber ich bin Armin Laschet. Darauf können Sie sich verlassen."

Kann Armin Laschet auch Kanzler?

Die kurze Antwort: Laschet muss es natürlich können müssen. Denn die CDU ist weiterhin die größte Volkspartei in Deutschland und liegt in aktuellen Umfragen als stärkste Kraft vorne. Und: Laschet hat bewiesen, dass er eine Landtagswahl (in Nordrhein-Westfalen) gewinnen kann. NRW ist das größte Bundesland – deswegen trauen ihm viele zu, dass er auch als Kanzler Erfolg haben könnte.

Was sind Laschets Stärken?

Ein CDU-Delegierter sagte vor ein paar Tagen diesen Satz über Laschet: "Laschet selbst wird nicht aufgeben. Er kennt das aus seiner kompletten Biografie, er wurde immer unterschätzt. Schon als es gegen Hannelore Kraft ging, da sagten alle: 'Du liegst hinten, du hast keine Chance.' Das hat ihn aber gerade angestachelt und dann hat er auch gewonnen."

Marco Wanderwitz, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, schätzt es gegenüber RTL/ntv so ein: "Klar ist eins: Der Vorsitzende der CDU hat immer Anspruch auf die Kanzlerkandidatur."

Allerdings sei auch CSU-Chef Markus Söder weiterhin "gut im Rennen." Es bleibe also "lebhaft" in der Union, so Wanderwitz.

Auch Mike Mohring sagt: Nun müsse sich Laschet mit CSU-Chef Markus Söder über die Kanzlerkandidatur unterhalten. Das könne man nur als Union entscheiden. Klar sei aber bei Laschet: "Er kann das. Das muss man auch können."

Wie ist die Stimmung in der Partei?

Friedrich Merz gratulierte seinem Konkurrenten Armin Laschet jedenfalls sofort: "Herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg. Dir lieber Armin viel Erfolg bei dem, was du jetzt vor hast." Mohring zu RTL/ntv: "Merz hat immer gesagt: Wenn das Ergebnis steht, dann helfen wir alle mit. Jetzt muss der Laden zusammenstehen."

Trotzdem beginnt jetzt die eigentlich interessante Phase. Denn Laschet wird nun eine zeitlang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenarbeiten müssen. Es bleibe zunächst ein gewisser "Dualismus", sagte auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier am Freitag. Vorstellbar sei aber, dass sich die Kanzlerin mit dem "hier und jetzt" beschäftige und der neue Vorsitzende mit der Zukunft.

Was sagen die jungen Mitglieder?

Eine erste Einschätzung von der jungen CDU-Politikerin Heike Wermer (32): Laschet habe eine "starke Bewerbungsrede" gehalten. Er habe gezeigt, dass "er der Richtige ist, um die CDU anzuführen und zusammenzuführen. Mit ihm geht's jetzt vereint und stark ins Superwahljahr - gerne auch als Kanzlerkandidat. Aber diese Frage müssen CDU und CSU gemeinsam klären."

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