Corona-Krise

Armin Laschet: Corona könnte unserer Gesellschaft spalten

Armin Laschet
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve nic

02. Juni 2020 - 14:55 Uhr

Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Gefahr

Die Corona-Pandemie betrifft alle Bereiche unseres persönlichen Lebens. Das politische und wirtschaftliche System, das Gesundheitswesen - sie alle bekommen die Auswirkungen der aktuellen Krise stark zu spüren. Es sei eine seiner größten Sorgen, dass eine noch stärkere gesellschaftliche Spaltung drohe als in der Flüchtlingskrise, sagte Laschet jetzt der "Augsburger Allgemeinen". Doch was genau steckt dahinter und welche Probleme sieht Laschet?

Wirtschaftliche Folgen sind ein großes Problem

Während die einen dank relativ gesicherter Einkommen dem entschleunigten Leben in der Corona-Krise teilweise sogar etwas Gutes abgewinnen könnten, müssten andere um ihre Jobs, Einkünfte oder gar Existenz fürchten. Es herrsche eine Polarität. Eine Polarität, die zunehmen könne, sollte die wirtschaftliche Lage noch dramatischer werden, so Laschet.

"Viele der Experten, mit denen ich mich austausche – Ärzte, Naturwissenschaftler, aber auch Sozialwissenschaftler oder Ökonomen – haben früh vor gesellschaftlicher Polarisierung und Spaltung gewarnt", so der nordrheinwestfälische Ministerpräsident im Gespräch mit der "Augsburger Allgemeinen".

Der Faktor Angst spielt eine Rolle

Verschwörungstheoretiker, Menschen, die auf die Straße gehen und gegen die Corona Maßnahmen demonstrieren und dann eben noch die, welche die Maßnahmen für in Ordnung halten und dem Krisenmanagment der Regierung vertrauen. Die Meinungen und Haltungen sind in Deutschland breit gefächert. 

Für die Hamburger Psychologin Sabine Wery von Limont hängt das vor allem mit der eigenen Angst zusammen: "Wir haben hier nicht die und die im Sinne einer Spaltung, sondern wir haben zweifelsohne ein Kontinuum, was von denen geht, die sagen: Ich bin total gechillt damit, wird schon irgendwie. Also eine gute Zuversicht, wenig Ängstlichkeit, auch wenig Hilflosigkeitsgefühl. Und dann gibt es die, die sehr ängstlich sind, sehr hilflos sind und daraus folgend häufig auch sehr wütend sind und dann braucht es für die Wut einen Schuldigen und da gibt es einfach alle Möglichkeiten, die man sich aussuchen kann".

Mehr Geld für Familien?

Viele der Wütenden schieben die Schuld der Politik zu. Die Spitzen der großen Koalition treffen sich heute im Kanzleramt, um unter anderem über die Entlastung der Familien und ein milliardenschweres Konjunkturpaket zu beraten.