Arizona: Mann täuscht Down-Syndrom vor: Pflegerinnen sexuell missbraucht

Paul Anthony Mencheca täuschte ein Dreivierteljahr lang vor, das Down-Syndrom zu haben.
Paul Anthony Mencheca täuschte ein Dreivierteljahr lang vor, das Down-Syndrom zu haben.
© Maricopa County Sheriff's Office

15. September 2018 - 17:42 Uhr

Polizei nimmt 31-Jährigen wegen sexuellem Missbrauch fest

Paul Anthony Mencheca aus Gilbert im US-Bundesstaat Arizona hat zwischen Januar und September drei Frauen vorgetäuscht, das Down-Syndrom zu haben. Die Pflegerinnen mussten ihn waschen und ihm die Windeln wechseln. Sie sagten der Polizei, Mencheca habe das Waschen und Baden sexuell erregt. In manchen Fällen habe er den Frauen gesagt, sie sollten ihn besser sauber machen, sagte Polizeisprecher Darrell Krueger der "Washington Post".

"Es ging mehr oder weniger darum, sie dazu zu bringen, ihn sexuell zu befriedigen"

Mencheca wurde letzte Woche festgenommen, ihm wird sexueller Missbrauch in zehn Fällen und Betrug in drei Fällen vorgeworfen. "Es ging mehr oder weniger darum, sie dazu zu bringen, ihn sexuell zu befriedigen", erklärte Krueger weiter. Eine Pflegerin berichtete der Polizei, sie habe sich 30 Mal um Mencheca gekümmert. Beim Baden oder Windeln wechseln habe er jedes Mal eine Erektion gehabt. Das Wechseln der Windeln fand nach Angaben der Ermittler mehrfach in den Toilettenräumen von Restaurants oder Cafés statt.

Die drei Pflegerinnen fand Mencheca über eine Online-Plattform. Dort gab er sich als seine eigene Mutter aus und nannte sich "Amy", wie die "Washington Post" weiter berichtet. Unter dem Decknamen schaltete er eine Anzeige, in der er Pflegerinnen für den angeblich an Down-Syndrom leidenden 30-jährigen Sohn suchte. Die drei Pflegerinnen hatten nur schriftlich Kontakt zu "Amy".

Misstrauische Pflegerin deckt den Betrug auf

Eine Pflegerin wurde misstrauisch und deckte den Betrug auf, indem sie dem 31-Jährigen nach Hause folgte und dort seine Eltern traf. Sie entdeckte, "dass er kein Down-Syndrom hatte und keine Windelwechsel brauchte. Als sie ihn damit konfrontierte, gab Mencheca zu, über seinen Geisteszustand gelogen zu haben." Das zitiert die "Washington Post" aus den Akten zu dem Fall.