18. April 2019 - 12:33 Uhr

Eine Runde weiter mit der blauen Pille?

Das argentinische Fußballteam Union de Santa Fe hat im südamerikanischen Wettbewerb Copa Sudamericana offenbar auf ein außergewöhnliches Mittel gesetzt: Club-Arzt Santiago Calvo soll den Spielern vor der Partie bei Independiente del Valle das Potenzmittel Viagra angeboten haben.

2.850 Meter über dem Meeresspiegel

Grund dafür war nicht etwa das Sexleben der Fußballer, sondern der Spielort in Ecuador. Das Rückspiel der ersten Runde im Wettbewerb Copa Sudamericana, der mit der Europa League verglichen werden kann, fand in Ecuador statt – auf 2.850 Metern Höhe. Da muss man schon mal nachhelfen …

"Es gibt zwei Gründe, warum die Höhe den Spielern Probleme mit der Luft macht. Auf der einen Seite gibt es weniger Sauerstoff. Dafür haben wir Sauerstoff-Masken, die wir vor dem Match, in der Halbzeit und danach benutzen", erklärte der Teamarzt im argentinischen Radiosender Sol 91.5. "Der andere Grund ist der Druck durch die Atmosphäre. Diese sorgt für eine Gefäßverengung, die Arterien rund um die Lunge werden kleiner."

Doping im Bett – Doping auf dem Spielfeld?

Der Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid funktioniere so nicht reibungslos, Sauerstoffmangel sei die Folge. "Hier kommt Viagra ins Spiel. Es weitet die Blutgefäße rund um die Lunge aus", erklärte Calvo. Um Sex geht's also gar nicht – die Leistung auf dem Platz muss stimmen. Die Spieler mussten die Pille allerdings nicht einnehmen.

Viagra wird normalerweise für die Leistungssteigerung im Bett eingesetzt. Als Doping-Mittel gelte sie im Fußball dagegen nicht, stellte der Santa-Fe-Teamarzt klar: "Sie ist nicht verboten."

Viagra-Wirkung bleibt aus

Einen Höhenflug verlieh das Potenzmittel Union de Santa Fe nicht: Der argentinische Club verspielte in Ecuador den 2:0-Hinspielsieg und verlor im Elfmeterschießen 2:4 gegen den ecuadorianischen Erstliga-Verein.

Nicht zum ersten Mal schluckten Fußballer die blaue Pille als "Aufputschmittel": Auch die argentinische Nationalmannschaft setzte 2017 vor der Partie gegen Bolivien in La Paz auf Viagra.