Auch in Deutschland wird die Idee diskutiert

Argentinien führt Reichensteuer ein, um Corona-Kosten zu stemmen

Argentinien wurde von der Corona-Krise scher getroffen.
Argentinien wurde von der Corona-Krise scher getroffen.
© dpa, Sebastian Granata, vco

06. Dezember 2020 - 17:51 Uhr

Reiche sollen einmalig zwei Prozent ihres Vermögens abgeben

Um die hohen Kosten, die durch die Corona-Pandemie entstehen, schultern zu können, will Argentinien eine Reichensteuer einführen. Das Parlament in Buenos Aires verabschiedete ein Gesetz für eine einmalige Abgabe für wohlhabende Bürger.

​Jeder, der über ein Vermögen von über 200 Millionen Pesos (2,01 Millionen Euro) verfügt, soll einmalig zwei Prozent seines Vermögens an den Staat zahlen. Die Regierung hofft so, umgerechnet rund drei Milliarden Euro einnehmen zu können, um damit die finanziellen Belastungen durch die Corona-Krise auszugleichen.

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Auch Scholz sprach sich für eine Reichensteuer in Deutschland aus

Die Idee wird auch in anderen Ländern diskutiert, darunter auch in Deutschland. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sprach sich für höhere Steuern für Reiche aus. Die Bürger, die "sehr, sehr viel verdienen, sollten einen etwas höheren Beitrag leisten", sagte der SPD-Politiker im Mai dem "Tagesspiegel". Auf die Frage, ob das eine Art "Corona-Soli" werden solle, betonte Scholz: "Es geht um ein faires und gerechtes Steuersystem." Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig Solidarität sei.

Bereits im Wahlprogramm von 2017 hatte die SPD einen Spitzensteuersatz von 45 Prozent und die Einführung einer Reichensteuer gefordert. Auch der Sozialverband VdK schlug im August eine einmalige Vermögensabgabe für Reiche vor, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern.

Auch andere Länder denken über eine Reichensteuer nach

In Spanien forderte der Chef des linken Bündnisses Unidas Podemos (UP), Pablo Iglesias, die Einführung einer Reichensteuer. Der Juniorpartner der Regierung will in erster Linie die vermögenden Bürger zur Kasse bitten, um dem besonders schwer betroffenen Land aus der Krise zu helfen.

Auch das britische Finanzministerium führte offenbar Gespräche mit Banken und Vermögensverwaltern, wie reichere Bürger stärker an den Kosten zur Bewältigung der Virus-Pandemie beteiligt werden könnten. Das sagte im Juni ein Insider der Nachrichten-Agentur Reuters.

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