Argentinien: Bauer entdeckt größten Dinosaurier aller Zeiten

Der Oberschenkelknochen des Titanosauriers ist größer als ein Mitglied des Forscherteams. Foto: Museum of Palaeontology Egidi Feruglio (MEF)
Der Oberschenkelknochen des Titanosauriers ist größer als ein Mitglied des Forscherteams. Foto: Museum of Palaeontology Egidi Feruglio (MEF)

17. Mai 2014 - 20:13 Uhr

"Das ist ein wahrer paläontologischer Schatz“

Ein Farmer ist in Nordost-Patagonien über die riesigen Knochen einer neuen Dinosauerierart gestolpert. Der Gigant war 40 Meter lang und wog 80 Tonnen - so viel wie 14 Elefanten. Experten glauben, dass es sich um das größte Landtier aller Zeiten handelt.

Wie das Paläontologische Museum Egidio Feruglio (MPEF) mitteilte, gehört der Pflanzenfresser einer bislang unbekannten Art an. Sie zähle zu den Titanosauriern, ebenso wie die ebenfalls in Argentinien entdeckten Puertasaurus und Argentinosaurus. Nach Angaben des Museums fand ein Landarbeiter die Sensation schon 2011 etwa 260 Kilometer südwestlich von Trelew in der Provinz Chubut nahe dem Ort El Sombrero. Bislang sei etwa ein Fünftel davon geborgen.

Insgesamt sieben solche Dinosaurier und mehr als 200 Fossilien entdeckten die Paläontologen im Lauf der Jahre am Fundort. Darunter Teile von Hals, Rücken, den Großteil der Wirbelkörper des Schwanzes und Knochen der Extremitäten. "Das ist ein wahrer paläontologischer Schatz", so Grabungsleiter José Luis Carballido. "Es gab viele Reste, und sie waren praktisch intakt, das passiert nicht oft." Außerdem fanden die Forscher mehr als 60 Zähne großer fleischfressender Dinosaurier.

Verdursteten die Riesen-Saurier während Dürreperiode?

Im Nordosten Patagoniens wurden die Überreste einer bislang unbekannten Saurier-Art entdeckt. Foto: Museum of Palaeontology Egidi Feruglio (MEF)
Forscher entdeckten im Nordosten Patagoniens die Überreste einer bislang unbekannten Saurier-Art. Foto: Museum of Palaeontology Egidi Feruglio (MEF)

Es wird vermutet, dass die Titanosaurier direkt am Fundort starben. Die Pflanzenfresser hätten sich möglicherweise während einer Dürre an einem Wasserloch versammelt und seien entweder verdurstet oder im Schlamm steckengeblieben. Fleischfresser wie Tyrannotitan hätten die Tiere angefressen und sich am Panzer einige Zähne ausgebissen.

Die Kolosse lebten vor etwa 95 Millionen Jahren und seien möglicherweise die größten Tiere, die je über die Erde gestampft seien. Der Fund sei auch wegen des guten Erhaltungszustands spektakulär, schreibt das Museum auf seiner Homepage. Generell überdauern von solchen Giganten nur Fragmente, weil die Kadaver zur vollständigen Konservierung sehr schnell von Sediment abgedeckt werden müssen - etwa bei einer Flut.

Weitere Funde zeigen, dass zu jener Zeit in Patagonien riesige Bäume gediehen. Um die Fossilien von der unzugänglichen Fundstelle wegzubringen, wurde eigens eine Piste angelegt. Der Leiter des Europasaurus-Projektes Oliver Wings vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover bewertet die Funde mit etwas Vorsicht. Es sei problematisch, aus einzelnen, wissenschaftlich unbearbeiteten Knochen auf Größe und Gewicht einer Art zu schließen.

"Der Fund ist sehr schön, es sind viele Knochen da, aber die Länge ist geschätzt. In jedem Fall ist das aber in der obersten Liga, was die Größe bekannter Dinosaurier angeht." Letztlich müsse man die Publikation der Daten in einer Fachzeitschrift abwarten.