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Arbeitsminister Hubertus Heil stellt Rentenpaket vor – die wichtigsten Fragen und Antworten

Das müssen sie über das neue Rentenpaket wissen
Das müssen sie über das neue Rentenpaket wissen Regierung will Altersarmut bekämpfen 01:34

Geringverdiener sollen entlastet werden

Die Sorge vor Altersarmut ist in Deutschland verbreitet – auch die Regierung hat diesem Problem den Kampf angesagt. Jetzt hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) konkrete Pläne für eine Rentenreform vorgelegt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Arbeitsminister Hubertus Heil: "Ich will Menschen eine Perspektive geben"

Wer profitiert vom Rentenkonzept?

Etwa drei Millionen Rentnerinnen und Rentner. Wer drei Kinder großgezogen hat, soll künftig mehr Rente bekommen. Strittig ist noch, ob die Mütterrente auch für Frauen erhöht wird, die ein oder zwei Kinder bekommen haben.

Außerdem sollen Geringverdiener entlastet werden: Sie zahlen künftig erst ab einem Einkommen von 1.300 Euro die vollen Sozialabgaben. Bisher lag die Grenze bei 850 Euro.

Arbeitsminister Hubertus Heil von der SPD: "Ich weiß, dass sich viele Menschen die Frage stellen, reicht meine Rente für ein gutes Leben? Und mein Ziel ist es, das Versprechen des Sozialstaates zu erneuern und Menschen eine Perspektive zu geben." 

Heil: "Auf die Absicherung muss Verlass sein"
Heil: "Auf die Absicherung muss Verlass sein" Arbeitsminister stellt Rentenplan vor 00:36

"Verbesserungen gelten nur für Neu-Rentner"

Hilft das Konzept gegen Altersarmut?

Ein bisschen – sagen Experten. Wer zum Beispiel wegen Krankheit früher in Rente gehen muss, soll künftig mehr Geld zur Verfügung haben.

Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband: "Diese Verbesserungen gelten nur für die Neu-Rentner – wir fragen uns, was ist mit denen, die schon viele Jahre in der Erwerbsminderung sind und nicht genug haben?" 

Rentenkonzept bis 2025 angelegt

ARCHIV - 26.04.2018, Berlin: Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands gibt eine Pressekonferenz zur Neuausrichtung der Grundsicherung für Arbeitslose sowie zur Bemessung und Höhe der Regelsätze bei Hartz IV. (Zu dpa "Ve
Für den Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, werden durch das neue Paket vor allem die Neu-Rentner entlastet. © dpa, Britta Pedersen, ped htf wst

Wie sieht es in der Zukunft aus?

Dieses Rentenkonzept ist erstmal bis zum Jahr 2025 angelegt. Bis dahin soll das Rentenniveau bei 48 Prozent bleiben. Auch die Beiträge sollen nicht über 20 Prozent steigen.

In der Zukunft finanzieren aber weniger Beitragszahler mehr Rentner – bedeutet auch, jeder Einzelne sollte privat vorsorgen.

Höhere Rente in Österreich

Welches Land macht es besser?

Die Durchschnittsrente in Österreich ist im Durchschnitt rund 300 Euro höher als bei uns. Dafür zahlen die Menschen auch deutlich höhere Beiträge – und: auch Selbstständige zahlen ein.
Außerdem gibt es eine Grundrente – die soll bald auch in Deutschland eingeführt werden.

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