10. Juni 2018 - 11:23 Uhr

Experten-Gremium entscheidet über Anpassung

Gute Nachrichten für Geringverdiener: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will den Mindestlohn deutlich erhöhen – und damit die SPD aus dem Umfrage-Tief rausholen. Die Mindestlohn-Kommission werde noch diesen Monat eine Erhöhung vorschlagen, sagte Heil der "Bild am Sonntag". Der Mindestlohn stieg zuletzt zum Jahr 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro. Nun geht es um den Betrag, der ab dem 1. Januar 2019 gezahlt werden soll.

Hubertus Heil will auch Befristungen überprüfen

Grund sei die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland. Gleichzeitig kündigte Heil schärfere Kontrollen zur Einhaltung des Mindestlohns an. Es gebe Hinweise darauf, dass Arbeitgeber diesen immer noch unterliefen. Erst vor wenigen Wochen hat eine Anfrage der Linken im Bundestag gezeigt: Es gibt zu wenig Kontrollen!

Auch äußerte sich der Arbeitsminister dazu, dass sich viele junge Menschen von einem befristeten Vertrag zum nächsten hangeln. "Für die Hälfte aller Befristungen gibt es keinen Sachgrund. Das muss aufhören."

In wenigen Jahren Vollbeschäftigung in Deutschland?

Zudem will Heil bald schon Vollbeschäftigung in Deutschland erreichen. Die Unterschiede in der Arbeitslosenquote seien jedoch bundesweit noch sehr groß – in Eichstätt (Bayern) liege sie derzeit bei 1,4 Prozent, Gelsenkirchen habe die meisten Arbeitslosen mit 13 Prozent. "Da müssen wir vor allem Langzeitarbeitslose in Jobs bringen", so der Minister.

Mindestlohn reicht in den meisten Großstädten nicht zum Leben

Arbeitnehmern soll der Mindestlohn die Existenz sichern – doch 8,84 Euro pro Stunde ist für das Leben zu niedrig, wie es aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht: "Wer zum Mindestlohn beschäftigt ist, kann in vielen Großstädten auch als Alleinstehender oft kein Leben ohne zusätzlichen Hartz-IV-Bezug führen", heißt es in einer Stellungnahme für die Mindestlohn-Kommission.