Wirtschaftskrise durch Corona

Bundesarbeitsminister Heil: "Wir retten Millionen Arbeitsplätze"

30. April 2020 - 10:38 Uhr

Jobverluste unvermeidlich

Angesichts der Corona-Krise rechnet Bundesarbeitsminister Hubertus Heil mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Die Bundesrepublik befinde derzeit sich in der "größten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte", sagte Heil der RTL/ntv-Redaktion. Gleichzeitig würden jedoch "Millionen Arbeitsplätze mit den veränderten Regeln zur Kurzarbeit" gerettet, so der SPD-Politiker. Er rechne damit, dass die Zahl der Kurzarbeiter noch höher sein werde als in der Finanzkrise 2008/09. "Es wird Leute geben, die sehr lange in Kurzarbeit sind."

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Kurzarbeit koste viel Geld - Arbeitslosigkeit wäre weitaus teurer

Was die Kosten für die Maßnahmen zur Kurzarbeit angeht, bekräftigte der Bundesarbeitsminister die Sicherheit der zur Verfügung stehenden Mittel. Unternehmen, die Kurzarbeit bräuchten, bekämen diese auch. "Die Kurzarbeit ist nicht budgetiert", sagte Heil. "Das kostet viel Geld, aber Arbeitslosigkeit wäre weitaus teurer für unsere Volkswirtschaft."

Die Bundesagentur für Arbeit verfüge derzeit über Rücklagen in Höhe von 26 Milliarden Euro. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass "Liquiditätshilfen aus dem Bundeshaushalt" gegeben werden müssten. "Aber so weit sind wir noch nicht", so der Minister.

Der Krise nicht ausgeliefert

Wie lange sich die Krise - auch auf dem Arbeitsmarkt - hinziehen werde, sei auch abhängig von der weltwirtschaftlichen Lage. "Das macht es so undurchschaubar", erklärte der Minister. Nicht nur die Nachfrage aus den USA werde nicht mehr so groß sein, auch die Situation in der Eurozone und auf dem deutschen Binnenmarkt bedeuteten einen Einschnitt. "Wir sind dieser Krise nicht hilflos ausgeliefert, aber wir sind ihr ausgesetzt", so Heil. "Wenn alles gut läuft, haben wir die Chance, im nächsten Jahr das Ganze auch wirtschaftlich wieder aufzuholen."

TV NOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

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