Arbeitsmarkt erholt sich: Arbeitslosenzahl auf Tiefstand

Wolken ziehen über ein Schild der Agentur für Arbeit. Foto: Carsten Koall/dpa/Bildarchiv
Wolken ziehen über ein Schild der Agentur für Arbeit. Foto: Carsten Koall/dpa/Bildarchiv
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30. November 2021 - 12:30 Uhr

Halle (dpa/sa) - Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt ist im November weiter gesunken und befindet sich auf einem historischen Tiefststand. Rund 71.200 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 2000 Arbeitslose weniger als im Oktober und 10.200 weniger als im November 2020, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Der Wert markiert den niedrigsten Stand seit 1991. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,4 Prozent nach 6,6 Prozent im Oktober. Der Rückgang der Erwerbslosigkeit ist im Herbst üblich, weil Arbeitgeber mehr freie Stellen melden und junge Menschen eine Ausbildung aufnehmen. Erst zum Jahresende klingt die Herbstbelebung in den meisten Fällen aus.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen im November auf 2,317 Millionen gesunken. Das sind 60.000 weniger als im Oktober und 382.000 weniger als im November 2020. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,1 Prozent. Stichtag für die Erhebung der aktuellen Daten war der 11. November.

Die höchste Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt hatte nach Angaben der Regionaldirektion der Landkreis Mansfeld-Südharz mit 9,0 Prozent, die geringste der Landkreis Börde mit 4,4 Prozent. "Die saisonübliche Herbstbelebung hält länger an und fällt kräftiger aus, als in den Jahren vor der Pandemie. Die Arbeitslosenzahl und auch die Quote erreichen ein Allzeittief", sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Gründe für den Tiefstand sind nach Ansicht der Experten neben den demografisch bedingten Abgängen von Arbeitslosen in die Rente auch die stabile Kräftenachfrage der Unternehmen. "Wir haben 3400 offene Stellen mehr im Bestand als im vergangenen Jahr", sagte Behrens. Unternehmen müssten immer häufiger Altersabgänge kompensieren. Zudem wirkten sich auch die stabile Auftragslage und Nachholeffekte positiv auf die Arbeitskräftenachfrage aus.

Auch bei den Langzeitarbeitslosen gebe es eine positive Entwicklung. So waren im Berichtsmonat 31.100 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Arbeit und galten daher als langzeitarbeitslos. Das waren 800 weniger als im Oktober 2021 und 200 mehr als im November 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen sank deutlich auf 43,7 Prozent.

"Eine echte Herausforderung für Unternehmen" nannte Behrens die Liefer- und Rohstoffengpässe. Aber auch die pandemiebedingte Zurückhaltung im Konsumverhalten könne den positiven Trend bremsen.
Ohnehin werde sich der Abbau der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten erfahrungsgemäß verlangsamen, ein größerer Rückschlag am Arbeitsmarkt in der vierten Corona-Welle sei jedoch "nach aktuellem Stand nicht zu erwarten", betonte Behrens. Einen Beitrag dazu leiste das Instrument der Kurzarbeit, die insbesondere in von Einschränkungen betroffenen Branchen stabilisierend wirke.

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Quelle: DPA