Besonders Pfleger werden gesucht

Arbeitsagentur sucht Fachkräfte im Ausland

Pfleger und Krankenschwestern sind derzeit Mangelware. Jens Spahn will daher Fachkräfte im Ausland anwerben
Pfleger und Krankenschwestern sind derzeit Mangelware. Jens Spahn will daher Fachkräfte im Ausland anwerben
© dpa, Tom Weller, dul

19. September 2019 - 13:14 Uhr

Tausende Arbeitskräfte sollen kommen

In Deutschland herrscht ein großer Mangel an Fachkräften. Besonders Computerspezialisten, Handwerker und Pfleger in Krankenhäusern und Altenheimen sind derzeit Mangelware. Viele Stellen bleiben daher unbesetzt. Um das zu ändern, will die Bundesagentur für Arbeit Tausende Menschen in Ländern außerhalb der EU anwerben.

Zu diesem Zweck wird Gesundheitsminister Jens Spahn Ende der Woche nach Mexiko reisen. Dort will der CDU-Politiker gezielt einheimische Kranken- und Altenpfleger von einem Umzug nach Deutschland überzeugen. Bereits im Juli unternahm Spahn eine Werbetour in den Kosovo. RTL.de war dabei. 

Kandidaten erhalten Deutschkurse

Mit Anzeigen wie dieser sucht die Agentur für Arbeit Fachkräfte im Ausland.
Mit Anzeigen wie dieser sucht die Agentur für Arbeit Fachkräfte im Ausland.
© Agentur für Arbeit

Die Suche nach Arbeitskräften im Ausland läuft schon seit einigen Jahren. Neu ist aber, dass die Bundesagentur jetzt viel organisierter vorgeht. Mit möglichen Arbeitgebern reisen Mitarbeiter der Agentur in die Zielländer. In Absprache mit den örtlichen Behörden wird dann nach geeigneten Leuten gesucht. Den anschließenden Papierkram übernimmt die Arbeitsagentur. Die Kandidaten erhalten noch in ihren Heimatländern Deutschkurse.

"Triple Win" heißt ein Projekt, welches Pflegekräfte von den Philippinen, Tunesien und vom Balkan nach Deutschland holen soll. Mit Anzeigen wie dieser werden Kräfte über offizielle Seiten gesucht. Laut der Arbeitsagentur wurden bereits 3.500 Verträge im Rahmen dieses Programmes abgeschlossen. 2.100 Pfleger befinden sich bereits in Deutschland. Einfach ist das Prozedere aber nicht. "Das Anwerben von Arbeitskräften aus Drittstaaten ist harte Arbeit", sagt Daniel Terzenbach, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. Vor allem die Anerkennung von Zeugnissen bei den Bundesländern sei ein enormer Aufwand.

Suche im Ausland wird auch kritisiert

Allein im vergangenen Jahr kamen 60.000 Menschen aus Nicht-EU-Ländern aus beruflichen Gründen nach Deutschland. Die Suche nach Arbeitskräften stößt allerdings nicht nur auf Zustimmung. Kritiker sagen, Arbeitgeber in Deutschland lassen sich so die Ausbildung von Personal von armen Ländern bezahlen.

Ein weiteres Argument: Durch den Umzug fehlen die Spezialisten auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur kennt die Vorwürfe. Vorstandsmitglied Terzenbach betont, dass man nur Fachkräfte anwerben will, die in ihrer Heimat keine Chance auf einen Job haben. "Beide Länder müssen etwas davon haben", sagt Terzenbach.