Arbeitgeber müssen sich bei Stellenbesetzung gedulden

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23. August 2019 - 11:40 Uhr

Arbeitgeber in Thüringen müssen im Schnitt etwa vier Monate warten, bis sich ein Kandidat für eine offene Stelle gefunden hat. Die Landesarbeitsagentur sprach am Freitag von im Durchschnitt 133 Tagen, die in diesem Jahr in Thüringen vergehen, bis eine Stelle besetzt ist. Das seien 21 Tage mehr als im Vorjahreszeitraum. Thüringen liege damit über dem Bundesdurchschnitt von 121 Tagen, die sich Arbeitgeber in der Regel gedulden müssen, bis ein Job vergeben ist.

Auch gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen und den nachgefragten Berufen. Eine Klempnerfirma warte fast neun Monate auf neue Mitarbeiter, ähnlich lange sei die Wartezeit bei Aus- und Trockenbaufirmen sowie Glas- und Rolladenbau-Betrieben, ermittelte die Landesarbeitsagentur. In der Altenpflege vergingen 231 Tage bis zur Jobvergabe. Schneller an neue Mitarbeiter kämen Verwaltungen - im Schnitt nach 42 Tagen.

Der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, erklärte: "Das Risiko für unsere wirtschaftliche Entwicklung besteht nicht darin, dass uns die Arbeit ausgeht, sondern dass Arbeitsplätze nicht mehr besetzt werden können." In einigen Berufen sei der Fachkräftemarkt so gut wie leer gefegt. Erschwerend komme hinzu, dass viele Arbeitslose gesundheitliche Probleme oder Qualifizierungsdefizite hätten. Letztlich müsse Thüringen qualifizierte Fachkräfte auch im Ausland anwerben, um die Besetzungsprobleme bei offenen Stellen zu entschärfen.

Quelle: DPA