Hat eine Zigarette das Feuer entfacht?

Arbeiter haben auf dem Dach von Notre-Dame geraucht - trotz Verbot!

24. April 2019 - 19:15 Uhr

Nach Feuer von Notre-Dame: Neuer Verdacht zur Unglücksursache

Noch immer ist unklar, wie das Feuer in der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame ausgebrochen ist und das Wahrzeichen von Paris beinahe völlig zerstörte. Nach bisherigen Ermittlungen soll ein Kurzschluss die Flammen entfacht haben. Doch nun gibt es einen neuen Verdacht: Die Gerüstbaufirma Le Bras Frères hat eingeräumt, dass Bauarbeiter auf dem Dach der Kirche geraucht haben - und das trotz eines strikten Verbotes. Im Video zeigen wir Bilder nach dem Höllen-Brand in Paris.

Einige hätten sich "ab und zu" über das Rauchverbot hinweggesetzt

Die Mitarbeiter des Unternehmens hatten für Renovierungsarbeiten ein Gerüst um den 90 Meter hohen Spitzturm aufgestellt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Weil einigen Rauchern der Weg bis nach unten zu weit war, hätten sie sich oben eine Zigarette angezündet. Firmensprecher Marc Eskenazi sagte gegenüber AFP, es sei schwierig gewesen, von dem Gerüst abzusteigen. Dafür habe man Zeit gebraucht. Deshalb hätten sich einige "ab und zu" über das Verbot hinweggesetzt.

Der Sprecher des Unternehmens betonte aber: "In keinem Fall kann ein schlecht ausgedrückter Zigarettenstummel Ursache des Brandes von Notre-Dame sein." Die Arbeiter seien eine Stunde vor Ausbruch des Feuers gegangen, außerdem sei das Feuer im Inneren der Kirche ausgebrochen. Das Enthüllungsblatt Le Canard Enchaîné schrieb am Mittwoch, dass sieben Zigarettenkippen auf dem Gerüst entdeckt worden sind.

Wiederaufbau von Notre-Dame in Planung

Anstelle des eingestürzten Daches soll die Kathedrale nun eine Plastikplane bekommen. Die Arbeiten über dem Chor des gotischen Gotteshauses hätten begonnen, erklärte Kirchensprecher André Finot am Dienstag. Demnach soll das Kirchenschiff abgedeckt werden. Mit der Plane soll Notre-Dame vor Regen geschützt werden, der ab dieser Woche erwartet wird. Er könnte das Innere der Kathedrale weiter beschädigen.

In der Regierungssitzung unter Staatschef Emmanuel Macron wurde am Mittwoch zudem ein Gesetzesentwurf für den Wiederaufbau von Notre-Dame vorgelegt. Das Gesetz soll der Regierung auch die Möglichkeit geben, per Verordnung von bestimmten Vorschriften und Regelungen abzuweichen, um die Arbeiten zu erleichtern.

Unklar sei zum jetzigen Zeitpunkt, was der Wiederaufbau kosten werde. Macron hatte allerdings angekündigt, Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren instand setzen zu lassen. Also pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen in Paris im Jahr 2024.