Nutzer sollen künftig um Erlaubnis gefragt werden

Apple setzt Auswertung von Siri-Aufnahmen durch Mitarbeiter aus

Apple stoppt die Auswertung von Siri-Aufnahmen durch Mitarbeiter vorerst.
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02. August 2019 - 10:45 Uhr

Nach Stopp bei Google zieht Apple nach

Gerade erst war bekannt geworden, dass Google europaweit seine Praxis stoppt, manche Aufnahmen seines Sprachassistenten von Menschen anhören und auswerten zu lassen. Jetzt hat auch Apple angekündigt, die Nutzer ausdrücklich um eine Erlaubnis zum nachträglichen Anhören von Mitschnitten durch Mitarbeiter zu fragen.

Die Erlaubnis-Funktion solle in einem späteren Software-Update umgesetzt werden, sagte ein Apple-Sprecher dem Tech-Blog "TechCrunch". Bis dahin werde die Praxis weltweit gestoppt und auf den Prüfstand gestellt.

Aufnahmen werden vorher anonymisiert

Bei Assistenzsoftware wie Amazons Alexa, dem Google Assistant und Siri wurden Fragmente von Mitschnitten seit Jahren zum Teil auch von Menschen angehört und abgetippt, um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern. Es geht dabei zum Beispiel um Fälle, wo die Sprachassistenten versagten, falsche Erkennung von Aktivierungswörtern oder neue Sprachen und Dialekte. Die Anbieter betonen, dass die Aufnahmen davor anonymisiert werden. Den Nutzern war die Praxis allerdings weitestgehend nicht bewusst, bis vor einigen Monaten erste Medienberichte dazu auftauchten.

Nutzer wurden nicht explizit auf Auswertung hingewiesen

Apple verwies schon länger in einem Sicherheitsdokument darauf, dass auch "eine geringe Anzahl von Transkriptionen" für die Verbesserung des Dienstes eingesetzt werden könne. Nach dem Papier im Bereich für Entwickler musste man allerdings suchen. Die Nutzer werden bei der Einrichtung von Siri bisher nicht explizit auf diese Möglichkeit hingewiesen.

Teils wurden sehr private Details aufgenommen

In einem Bericht der Zeitung "Guardian" vergangene Woche erzählte der Mitarbeiter eines Apple-Dienstleisters, auf den Aufnahmen seien zum Teil sehr private Details zu hören. So schnappe Siri auch Fragmente von Gesprächen mit medizinischen oder geschäftlichen Inhalten, mögliche kriminelle Aktivitäten oder auch Nutzer beim Sex auf, sagte er.

Die fehlerhaften Aktivierungen, bei denen die Software glaubt, die Weckworte "Hey, Siri" gehört zu haben, sind dabei ein besonderes Problem. Denn dabei können Sätze und Unterhaltungen aufgezeichnet werden, die nicht an die Sprachassistentin gerichtet waren. Beim nachträglichen Anhören sollen die Mitarbeiter herausfinden, welche Worte oder Geräusche die versehentliche Aktivierung auslösten, um die Software entsprechend anzupassen.

Nach früheren Angaben von Apple wurde weniger als ein Prozent der Aufnahmen in meist nur wenige Sekunden langen Fragmenten von Menschen ausgewertet.

Gesprächskontroll-Stopp bei Google für mindestens drei Monate

Der Stopp der Audio-Auswertung bei Googles Sprachassistenten gilt für mindestens drei Monate, also bis Ende Oktober, wie der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar mitteilte. Er leitete wegen der Praxis ein Verwaltungsverfahren gegen den Internet-Konzern ein, um das Anhören der Mitschnitte durch Google-Mitarbeiter oder Dienstleister zu untersagen.

Quelle: DPA/ RTL.de