Apple: Reporter enthüllen unzumutbare Arbeitsbedingungen bei der iPhone-Produktion

10. April 2015 - 10:24 Uhr

Kinderarbeit und gefährliche Arbeitsbedingungen in den Zinn-Minen Indonesiens

Der Weltkonzern 'Apple' steht für Innovation und top Service. Jedes neue iPhone wird wie ein Rockstar von den Fans begrüßt. Auch für das iPhone 6 haben weltweit Kunden zur Premiere vor den Geschäften in endlosen Schlangen geduldig gewartet oder sogar übernachtet. Dem Erfolgsproduzenten 'Apple' geht es demnach gut. Wie gut aber geht es den Arbeitern, die diesen Verkaufsschlager herstellen? Wie sind ihre Arbeitsbedingungen in den Fabriken der Apple-Zulieferer und wie werden sie dort behandelt, wo die Welt nicht hinschauen kann?

Apple: Reporter enthüllen unzumutbare Arbeitsbedingungen bei der iPhone-Produktion
Übermüdete Fabrikarbeiter bei der Produktion des iPhone 6 in China.

Die Undercover-Recherchen der Kollegen führten sie in die Produktionsstätten nach China und zu den Rohstofflieferanten in den Zinn-Minen Indonesiens. Und während 'Apple' und 'Pegatron', einer der größten Zulieferer in China, einmütig verkünden, dass die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter Priorität hätten, zeigte sich den Reportern vor Ort ein komplett anderes Bild.

Chinesische Arbeiter stehen schwankend in Shanghai an den Fließbändern und kämpfen nach mehr als zwölfstündigen Schichten, 18 Tage am Stück, gegen das Einschlafen. Die Überstunden seien freiwillig. Doch wer sich verweigert, ist seinen Job los. Wer einschläft auch. Viele Arbeiter haben am Ende ihrer Schichten nicht einmal mehr die Kraft, endlich zu essen.

Nachdem sich 2010 bereits 14 Arbeiter das Leben genommen hatten, versprach 'Apple' die Rechte der Arbeiter bei den Zulieferern zu verbessern. Vier Jahre später, fanden die Undercover-Reporter auch weiterhin in vielen Bereichen keine fairen und sicheren Arbeitsbedingungen vor.

Auch in den Zinn-Minen Indonesiens, ein entscheidender Rohstoff bei der Herstellung, trafen die Journalisten auf alarmierende Verhältnisse. Kinder haben teilweise nur mit den Händen nach dem begehrten Rohstoff gegraben. Die Arbeiter sind ständig durch Sand- und Schlammlawinen gefährdet. Laut der Recherchen würden die legalen Zinnlieferanten wohl von 'Apple' überprüft. Ein Mitarbeiter einer zuliefernden Schmelzerei betonte jedoch, dass es bei der Vielzahl kleiner und großer Minen nicht möglich sei, tatsächlich festzustellen, welche Zinnlieferanten darunter legal und welche illegal seien.

'Apple' selbst stellt sich, laut einem Insider, gerne als das perfekte Unternehmen dar. Die Eindrücke, die sich den BBC-Reportern vor Ort boten, waren jedoch deutlich weniger glanzvoll.