Französische Aufsichtsbehörde

Weil Apple iPhones langsamer macht: Millionenstrafe!

Auch neuere iPhones sind von einer Drosselung betroffen.
© dpa, Marcio Jose Sanchez, MS

10. Februar 2020 - 11:00 Uhr

25 Millionen Euro Bußgeld für heimliche iPhone-Drosselung

Smartphone-Nutzer kennen das lästige Spiel: Mit jedem neuen Update des Betriebssystems wird das Handy gefühlt langsamer. Vor rund zwei Jahren hat Apple die Software-Drosselung älterer iPhones sogar zugegeben - und sich dafür entschuldigt. In Frankreich hat das amerikanische Unternehmen jetzt eine saftige Strafe dafür kassiert, muss 25 Millionen Euro zahlen. Apple hält trotzdem an dieser umstrittenen Praxis fest - und weitet sie sogar auf beliebte aktuelle iPhone-Modelle aus.

Laut Apple setzt Drosselung nur bei schlechter Akkuleistung ein

Warum hat Apple die Millionen-Strafe kassiert?

Mit den iOS-Updates 10.2.1 und 11.2 hat Apple eine Drosselung der iPhones eingeführt, die Updates ließen sich aber nicht rückgängig machen - und darauf hat Apple seine Kunden nicht hingewiesen. Die französische Aufsichtsbehörde "Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes" (DGCCRF) verhängte dafür eine Geldbuße in Höhe von 25 Millionen Euro. In der Zeitung "Le Parisien" begründete Behörden-Chef Loïc Tanguy das Bußgeld mit "irreführender Handelspraktik durch Unterlassung".  Apple hat die Strafe im Rahmen eines Vergleichs bereits akzeptiert.

Warum drosselt Apple die iPhones?

Als die Drosselung im Jahr 2017 aufflog, gab Apple technische Gründe an: Die iPhones würde nur gedrosselt, damit sie länger halten. Vor allem Akkus verlieren bei längerer Laufzeit ihre Leistungsfähigkeit. Das Smartphone könne plötzlich ausgehen, auch könnte es Probleme beim Öffnen der Apps geben. Kritiker bezweifeln allerdings, dass ausschließlich technische Gründe die Ursache sind: Wenn Apple seine älteren iPhones langsamer macht könnten die Kunden eher gewillt sein, auf ein neueres Modell umzusteigen.

Apple informiert jetzt seine Kunden über die Drosselung per iOS-Update - und weitet die Praxis auf aktuellere Modelle aus.

Diese iPhone-Modelle sind von einer Drosselung betroffen

Laut BBC hat Apple die Softwaredrosselung für folgende iPhone-Modelle eingeführt:

  • iPhone 6, 6 Plus, 6S, 6S Plus
  • iPhone SE
  • iPhone 7 and 7 Plus
  • iPhone 8 and 8 Plus mit iOS 12.1 oder höher
  • iPhone X mit iOS 12.1 oder höher
  • iPhone XS, XS Max und XR mit iOS 13.1 oder höher

Akku-Drosselung beim iPhone überprüfen und abschalten

Nach der Kritik von Kunden und Verbraucherschützern hat Apple reagiert und in iOS einen Eingriff in das Batterieleistungsmanagement ermöglicht. In iOS kann man unter "Einstellung - Batterie - Batteriezustand" sich die maximale Kapazität des Akkus anzeigen lassen. Unter dem Punkt "Höchstleistungsfähigkeit" versteckt sich die Drosselung. Steht unter dem Punkt "Derzeit unterstützt deine Batterie normale Höchstleistung" ist die Drosselung nicht aktiv.

Apple iPhone Batteriezustand
Unter Batteriezustand kann man in iOS die iPhone-Drosselung manuell deaktivieren.
© RTL

Sobald sich die Meldung ändert, "weil die Batterie nicht die erforderliche Höchstleistung erbringen konnte", wird die Leistung des iPhones heruntergefahren. Gleichzeitig erscheint in dem Menüpunkt "Höchstleistungsfähigkeit" die Möglichkeit "Deaktivieren". Hier hat man die Möglichkeit, das Batterieleistungsmanagement selber zu deaktivieren und damit die Drosselung aufzuheben.