Filialen nach Tod von Mutter und Baby geschlossen

Apotheken-Chef beantragt einstweilige Verfügung gegen die Stadt Köln

Heilig-Geist Apotheke in Köln
© dpa, Marcel Kusch, mku lop

02. Oktober 2019 - 18:04 Uhr

Apotheken nach Tragödie geschlossen

Eine Frau und ihr Baby sterben nach Einnahme einer vergifteten Glukose-Mischung aus einer Kölner Apotheke. Fast zwei Wochen später sind die Hintergründe immer noch unklar, die Apotheke und ihre Filialen wurden geschlossen.

Apothekeninhaber wehrt sich

Genau dagegen geht jetzt deren Betreiber Dr. Till Fuxius vor. Nach RTL-Informationen hat der Apothekeninhaber beim Verwaltungsgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Stadt Köln beantragt. Das Ziel: Die Wiedereröffnung seiner drei Filialen.

Frau und ihr Baby sterben an vergiftetem Präparat

26.09.2019, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Schild "Die Apotheke ist vorübergehend geschlossen" hängt in der Tür der Heilig-Geist Apotheke. Nach zwei Todesfällen durch eine vergiftete Arznei haben die Behörden die sofortige Schließung von drei Apothek
Behörden schließen drei Apotheken in Köln
© dpa, Oliver Berg, obe htf

Eine 28-jährige Frau und ihr Baby starben nach der Einnahme eines vergifteten Glukose-Mittels aus der Heilig-Geist-Apotheke in Köln-Longerich. Das Präparat war Teil eines Routinetests auf Diabetes in der Schwangerschaft. Obduktionen hatten ergeben, dass die Mutter und ihr Baby an multiplem Organversagen ums Leben gekommen sind. Um ein "Restrisiko" auszuschließen, verfügte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am 26. September die sofortige Schließung der drei Apotheken des Verbundes.

Dr. Till Fuxius will Wiedereröffnung erzwingen

Kölns Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Harald Rau hatte dafür plädiert, dem Apotheker nur das Vertreiben von selbst hergestellten oder abgefüllten Medikamenten zu verbieten. Somit hätte der Regelbetrieb fortgeführt werden können.

Mit seinem Vorstoß beim Verwaltungsgericht Köln will Dr. Till Fuxius jetzt genau das erreichen. Nach RTL-Informationen ist der Antrag zur einstweiligen Verfügung am 29. September beim Verwaltungsgericht eingegangen. Das Urteil wird frühestens nächste Woche erwartet.

Im Video sehen Sie, was die Staatsanwaltschaft zum Apotheken-Skandal sagt.

Geringe Giftspuren in weiterem Tütchen

Unterdessen haben die Ermittler in einem Tütchen einer weiteren Patientin Spuren der toxischen Substanz festgestellt. Dabei handele es sich nur um sehr geringe Spuren, "die bei einer Einnahme offenbar nicht gesundheitsschädigend gewesen wären", erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Patientin hatte das Tütchen nach einem Aufruf der Behörden abgegeben. Der Inhalt war dann vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Köln untersucht worden. Weitere Personen hätten sich auf den Aufruf nicht gemeldet.