Neue Studie der AOK legt verblüffende Zahlen vor

Zwei Drittel der Jugendlichen wissen nicht, wie man sich gesund ernährt

Fast- und Convenience-Food stehen bei jungen Menschen hoch im Kurs.
© iStockphoto, miodrag ignjatovic

19. Juni 2020 - 11:57 Uhr

Die Hälfte der Deutschen versteht nichts von gesunder Ernährung

So weit ist es also schon gekommen: Die Hälfte der Deutschen – genauer gesagt 54 Prozent –weiß nicht, wie gesunde Ernährung funktioniert. Bei den Jugendlichen sieht es sogar noch heftiger aus: Mehr als jeder Dritte von ihnen ist in puncto gesunde Ernährung überfordert und verfügt nicht über das Wissen oder die Kompetenzen, gesunde Speisen zuzubereiten. Um dem entgegenzuwirken, fordert die AOK nun verpflichtende, neue Maßnahmen in der Lebensmittelindustrie.

Ernährungskompetenz: "inakzeptabel"

Neue Studienergebnisse der Krankenkasse AOK zeigen: 1,3 Millionen Menschen haben "eine nicht ausreichende oder ganz inakzeptable Kenntnis über Ernährung.", so Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, bei einer Presskonferenz am Montag. Besonders bei den Männern zeigten sich Probleme, Nahrungsmittel richtig einzuordnen. Lediglich 38 Prozent von ihnen besitzen laut der Studie eine ausreichende Ernährungskompetenz.

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Wieso fällt gesunde Ernährung den Deutschen so schwer?

Diese verblüffenden Zahlen werfen die Frage auf: Wieso fällt es den Deutschen so schwer, gesund zu essen? Die Schwierigkeit, so Martin Litsch: Auf seine Ernährung zu achten, erfordere Wissen in gleich mehreren Bereichen: "Ich muss Essen planen, ich muss Essen einkaufen, dabei vergleichen und das Essen zubereiten." Und genau an dieser Kompetenz fehle es den Deutschen. In der Folge greifen die Deutschen immer häufiger zu Fertigprodukten. Der Vorsitzende der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Berthold Koletzko, beklagt, dass dieser Trend sich gerade bei jungen Eltern verstärke: "Dies ist auch deshalb problematisch, weil Fertigprodukte regelmäßig zu viel Kalorien, Zucker, gesättigtes Fett und Salz enthalten."

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Experten fordern Nutri-Score

Besonders mangelhaft sei das Wissen im Bereich "Vergleichen", so Litsch. Heißt: Vielen Deutsche gelinge es nicht, beim Einkauf unterschiedliche Lebensmittel miteinander zu vergleichen und dabei die gesündere Alternative zu erkennen. Das schaffe aktuell nur etwa jeder Vierte. Die AOK fordert daher die Einführung eines sogenannten Nutri-Scores. Auf den Verpackungen der Lebensmittel solle für den Laien verständlich beschrieben werden, wie die Inhaltsstoffe eines Produkts im Bezug auf ihren Nährwert zu bewerten seien.

Dieser Nutri-Score solle weiter als die bloße Lebensmittel-Ampel gehen, die Unternehmen bislang auf freiwilliger Basis auf ihre Verpackungen drucken. Denn diese teile Lebensmittel lediglich in "gut" und "schlecht" ein, so Litsch. Der Experte fordert zusätzlich eine ausführlichere Einordnung des Nährwerts eines Produkts. Diese solle so einfach formuliert sein, dass jeder sie leicht verstehe. Vor allem aber bringe ein Nutri-Score nichts, wenn dieser für die Lebensmittelindustrie weiterhin freiwillig bleibe. Die AOK fordert zudem ein Verbot von Werbung für stark zuckerhaltige Lebensmittel, die speziell auf Kinder als Konsumenten abzielt.

Selbstexperiment: Macht gesundes Essen wirklich gute Laune?

Muss es unbedingt die Tafel Schokolade sein, die wir uns "gönnen", um glücklich zu sein? Oder geht es nicht auch gesünder? Genau das will RTL-Reporter Thorsten Sleegers im Selbstversuch herausfinden. Der Ernährungsexperte Alexander Nicolai aus Hannover begleitet ihn dabei. Was er bei diesem spannenden Experiment herausgefunden hat und wie sehr sich seine Stimmung in nur drei Tagen verändert hat, das erfahren Sie im Video!