AOK-Studie: Frauen häufiger wegen Coronavirus krank

12. Juli 2020 - 14:31 Uhr

Die geringe Infektionsquote im Land verhilft Mecklenburg-Vorpommern auch zur bundesweit niedrigsten Zahl an coronabedingten Krankschreibungen. Wie die Krankenkasse AOK am Sonntag mitteilte, waren unter ihren Versicherten im Land von März bis Mai je 100.000 Beschäftigte 157 wegen einer Corona-Infektion arbeitsunfähig. Der Bundesdurchschnitt lag demnach bei 474 je 100.000 Beschäftigten. Die höchste Zahl wies Baden-Württemberg (721) auf.

Für die Datenanalyse wurden laut AOK die Krankschreibungen von bundesweit rund 11,6 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen ausgewertet. Dabei zeigte sich zudem, dass sich Frauen in der Hochphase der Coronavirus-Pandemie im Job häufiger infizierten als Männer. Als Grund wurde deren Tätigkeit in sogenannten systemrelevanten Berufen genannt, insbesondere im medizinischen und im Pflegedienst. Die Beschäftigten dieser Berufsgruppen erkrankten zweieinhalb Mal häufiger an Covid-19 als Durchschnitts-Beschäftigte.

So gab es nach Angaben der AOK Nordost in Mecklenburg-Vorpommern in diesen Berufszweigen 163 krankgeschriebene Frauen je 100.000 Beschäftigte, aber nur 152 Männer. In Brandenburg und Berlin, die ebenfalls zum AOK-Regionalverband gehören, habe sich der Unterschied weit deutlicher gezeigt: in Brandenburg mit dem Verhältnis 297 zu 178. Damit erkrankten dort berufstätige Frauen um rund zwei Drittel häufiger an Covid-19 als berufstätige Männer.

Bei Kassiererinnen im Einzelhandel habe die Maskenpflicht offenbar Wirkung gezeigt, hieß es. Trotz vieler Kontakte habe dort die Zahl der coronabedingten Krankschreibungen nur rund 10 Prozent höher gelegen als der Durchschnitt.

Die AOK ist mit etwa 430.000 Versicherten die größte gesetzliche Krankenkasse in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Angaben der AOK Nordost ist in den drei zu ihr gehörenden Bundesländern etwa ein Fünftel der Bürger AOK-versichert.

Quelle: DPA