Anzeige gegen JVA Beamte - Brandgefährlicher Sexualstraftäter noch immer auf der Flucht

22. Januar 2016 - 19:35 Uhr

Offenbar begingen die Bewacher schwere Fehler

Seit Mittwoch ist der entkommene Sexualstraftäter Peter Breidenbach auf der Flucht. Der 58-Jährige gilt als brandgefährlicher Rückfalltäter. Er hatte fünf Frauen brutal vergewaltigt. Nun läuft die Zeit gegen ihn, denn: Als er türmte, hatte der an Diabetes Erkrankte Insulin für drei Tage und 400 Euro in bar dabei. Nun benötigt er dringend Medikamente. Viele Fragen sind offen und es gibt erhebliche Widersprüche zu den Umständen seiner Flucht. Offenbar begingen die Bewacher schwere Fehler. Deshalb stellte die JVA Aachen Strafanzeige gegen die zwei Beamten, denen er entwischt war.

Der verurteilte Sexualstraftäter Peter Breidenbach ist wieder in Polizeigewahrsam
Der verurteilte Sexualstraftäter Peter Breidenbach (58) war seit einem Freigang in Köln auf der Flucht.

Es war der neunte Ausgang des Sexualstraftäters. In den vergangenen Jahren hatte sich Breidenbach laut Justizministerium unauffällig verhalten. Ob seine Flucht akribisch geplant war, ist ungewiss. Doch bisher geht JVA-Leiterin Reina Blikslager von einer "Kurzschlusshandlung" aus, wie der 'WDR' berichtet.

Die Strafanzeige gegen die beiden Beamten basiere auf dem Verdacht, dass sie ihren Dienstpflichten nicht hinreichend nachgekommen seien, sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums. Es gehe dabei auch darum, zu prüfen, ob möglicherweise der Straftatbestand der Gefangenenbefreiung erfüllt sei. "Letzten Endes muss es auch zum Schutz der Bediensteten aufgeklärt werden", sagte Blikslager.

Zuvor wurden in Medienberichten die schweren Vorwürfe durch Augenzeugen erhoben. Der 58-Jährige sei beim Gang auf die Toilette, bei dem er sich eine Insulinspritze setzen wollte, allein gewesen. Als ein Bewacher nach ihm sehen wollte, war Breidenbach bereits durch den Nebeneingang entkommen. Später seien seine beiden Bewacher hektisch durch das Kölner Brauhaus 'Früh' gelaufen. Dabei hätten sie dem Personal erklärt, dass sie einen Mann auf der Toilette suchten - dabei verschwiegen sie, dass sie Polizeibeamte sind und es sich bei dem Gesuchten um einen Schwerverbrecher handelt. Weitere Einsatzkräfte der Polizei seien erst rund eine halbe Stunde nach dem Vorfall im Brauhaus eingetroffen.

Mittlerweile wird europaweit nach dem flüchtigen Vergewaltiger gesucht. Mehrere Hinweise auf den Gesuchten seien bei der Polizei eingegangen und würden abgearbeitet.

Der Flüchtige hatte in den 1980er Jahren mehrere Frauen brutal vergewaltigt und Raubüberfälle begangen. Deswegen hatte er neun Jahre in Haft gesessen. Seit 14 Jahren befindet er sich in Sicherungsverwahrung. Viermal pro Jahr hat er das Recht auf Ausgänge in Begleitung von Wachpersonal.