Anzahl von Extremisten in Deutschland steigt – ein Viertel von ihnen stellte Asylantrag

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7. April 2018 - 15:57 Uhr

Hunderte Gefährder beantragten Asyl

Bund und Länder sind alarmiert: Die Anzahl der als gefährlich eingestuften Islamisten in Deutschland steigt. Jetzt wurde bekannt: Fast ein Viertel von ihnen kam als Asylbewerber in die Bundesrepublik. Die Gefährder sollen jetzt schneller abgeschoben werden – doch nur wenige von ihnen haben das Land bisher tatsächlich verlassen.

Flüchtlingskrise spülte Extremisten nach Deutschland

Das Bundeskriminalamt stuft aktuell rund 1.560 Männer und Frauen als 'Gefährder' oder 'relevante Personen' in der Extremistenszene ein. 362 von ihnen kamen als Flüchtlinge nach Deutschland und stellte einen Antrag auf Asyl – das entspricht rund einem Viertel aller gefährlichen Islamisten hierzulande. Dem 'Spiegel' zufolge geht dies aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden Stephan Thomae hervor. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, sei die hohe Zahl laut auch "auf die Migrationsbewegungen im Kontext des Kriegsgeschehens in Syrien und Irak zurückzuführen".

Schnelle Abschiebung läuft stockend

Inzwischen wird versucht, Gefährder schneller abzuschieben. Seit dem Terroranschlag in Berlin im Dezember 2016 haben die Innenminister dem Bericht zufolge in 13 Fällen eine sofortige Abschiebungsanordnung erlassen. Bislang mussten zehn der Betroffenen das Land verlassen. Eine solche Anordnung darf verhängt werden, um "eine besondere Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland" abzuwehren. Bei dem Anschlag am Berliner Breitscheidplatz hatte der als Flüchtling eingereiste Tunesier Anis Amri insgesamt zwölf Menschen getötet. Insgesamt seien 130 Extremisten in der Bundesrepublik ausreisepflichtig, weil ihr Asylantrag abgelehnt wurde.