Antonia Rados trifft starke Frauen: Nadia Murad war Sex-Sklavin des IS – Jetzt kämpft sie für andere jesidische Opfer

31. Januar 2018 - 14:02 Uhr

Nadia Murad wurde vom IS als Sex-Sklavin missbraucht

Nadia Murad ist mit ihrem Mut und ihrem unerschütterlichen Pflichtbewusstsein Inspiration für viele andere Frauen: Als Sex-Sklavin wurde sie von der Terrorgruppe Islamischer Staat missbraucht und misshandelt. Statt über ihr Martyrium zu schweigen, kämpft die 24-Jährige jetzt aber entschlossen für andere Jesidinnen, die ihr Schicksal teilen. RTL-Chefkorrespondentin Antonia Rados hat diese bewundernswerte junge Frau getroffen und festgestellt: Selbst Nadia Murad kann nicht immer stark sein.

UN-Sonderbotschafterin Nadia Murad ist weiterhin traumatisiert

Nadia Murads Lebensweg ist bewundernswert: Trotz ihrer traumatischen Vergangenheit setzt sich die Jesidin für das Schicksal ihres Volkes ein, hält Reden und setzt sich mit Politikern auf der ganzen Welt auseinander. "Ich werde niemals schweigen, ich werde mit anderen Frauen reden, damit auch die ihre Stimme erheben", so Murad im Interview mit Antonia Rados.

Für ihren Einsatz erhielt Murad bereits mehrere Preise. Mittlerweile ist die 24-Jährige sogar UN-Sonderbotschafterin. Zeit, sich um ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern, bleibt dabei kaum. So hat die junge Frau, die mittlerweile in Deutschland lebt, bisher keinerlei psychologische Betreuung erhalten, um das Erlebte zu verarbeiten. Dass Nadia Murad aber nicht immer so stark ist, wie sie präsentiert wird, zeigt sich, als sie in Begleitung eines Kamerateams im August 2016 erstmals zurück in ihr zerstörtes Elternhaus kommt. Ihre ganze Geschichte sehen Sie im Video.

Im 3. Teil der Nachtjournal-Reihe 'Starke Frauen' trifft Antonia Rados auf die ukrainische Kriegsheldin Nadija Sawtschenko, die sich als Friedensaktivistin und Anti-Korruptionskämpferin einsetzt – am 8. November im Nachtjournal und auf rtlnext.de.

Im ersten Teil der Reportage-Reihe 'Starke Frauen' hatte Antonia Rados die kanadische Journalistin Katy Gannon getroffen, die trotz eines Anschlags auf ihr Leben weiterhin in Afghanistan arbeitet.