Antonia Rados in ehemaligem 'Vergnügungspark' in Mossul: Hier vergingen sich IS-Terroristen an Sex-Sklavinnen

16. Juli 2017 - 11:28 Uhr

IS in Hochburg Mossul besiegt - der Preis dafür ist hoch

Die Terroristen des IS in Mossul sind so gut wie besiegt. Dabei war es ihre Hochburg im Irak. Vorbei. Allerdings ist der Preis dafür enorm. Von Mossul übrig geblieben ist nur noch wenig. Das hat auch unsere Chefkorrespondentin Antonia Rados erlebt, die sich als eine der ersten westlichen Journalisten die Ruinen der drittgrößten Stadt im Irak angesehen hat. Unter anderem auch einen ehemaligen 'Vergnügungspark' von IS-Kämpfern, in dem sie junge Frauen als Sex-Sklavinnen festhielten und missbraucht haben sollen.

Missbrauch in ehemaligem Hochzeitssaal

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Ein junger irakischer Soldat begleitet Antonia Rados durch den Park.

Rados nimmt uns mit in einen gespenstisch anmutenden ehemaligen Festsaal. Früher wurden hier Hochzeiten gefeiert. Als jedoch der IS auftauchte, verwandelte sich der Ort des Feierns in einen des Missbrauchs - durch die IS-Elite. "Nach Angaben von Einheimischen trafen sich hier vor allem die Führer des IS. Hier vergnügten sie sich an freien Tagen - und hier wurden ihnen auch die Mädchen vorgeführt - vor allem Jesidinnen und Christinnen", berichtet Rados. Jesiden sind eine meist nordkurdische religiöse Minderheit, die im nördlichen Irak, Nordsyrien und im Südosten der Türkei leben.

Erst vor wenigen Wochen gelang es der irakischen Armee, den Park teilweise einzunehmen. Alle Mädchen wurden freigelassen, sagt ein junger Soldat. Teile des Vergnügungsparks haben die IS-Scharfschützen noch immer im Visier. Deshalb begleitet er unsere Chefkorrespondentin durch die Anlage. 

Sexuelle Gewalt und Arbeitssklaverei

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Jesidische Frauen berichten von sexueller Gewalt und Arbeitssklaverei durch den IS.

Wie viele Frauen hier insgesamt festgehalten wurden, weiß niemand. Doch Jesidinnen, die entkamen, berichten von sexueller Gewalt. Andere erzählen, dass sie auch als Arbeitssklavinnen missbraucht wurden.

Nachdem die meisten aus dem Park verdrängt wurden, kämpfen Dschihadisten nicht weit entfernt auf der anderen Seite des Flusses Tigris weiter. Ihre Opfer werden sich derweil ewig an diesen Ort ihres Leidens erinnern.