Elf Festnahmen bei Anti-Terror-Razzia in Hessen und Rheinland-Pfalz

RTL-Terrorismusexperte: „Die meinten es ernst!“

RTL-Terrorismusexperte Michael Ortmann gibt eine Einschätzung.
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23. März 2019 - 0:10 Uhr

Mutmaßliche Salafisten sollen einen Anschlag geplant haben

Bei einer Anti-Terror-Razzia hat die Polizei am Freitagmorgen elf Menschen festgenommen. Die mutmaßlichen Salafisten aus dem Rhein-Main-Gebiet sollen einen Anschlag mit einem Fahrzeug und Schusswaffen geplant haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. Die Verdächtigen sollen sich gemeinsam verabredet haben, um einen islamistisch-terroristisch motivierten Anschlag zu verüben und dabei so viele "Ungläubige" wie möglich zu töten. Die Hauptverdächtigen: Zwei 31 Jahre alte Brüder aus Wiesbaden und ein 21-Jähriger aus Offenbach, die jeweils die deutsche Staatsangehörigkeit haben.

RTL-Terrorismusexperte Michael Ortmann schätzt die Situation ein

Insgesamt wurden elf Menschen festgenommen. Einer davon offensichtlich in anderem Zusammenhang, denn die Ermittlungen richten sich gegen zehn Beschuldigte zwischen 20 und 42 Jahren. Zur Vorbereitung des Anschlags sollen die Männer bereits Kontakt zu verschiedenen Waffenhändlern aufgenommen, ein größeres Fahrzeug angemietet und Geld gesammelt haben. Bei den Durchsuchungen konnten die Beamten umfangreiches Material sicherstellen, darunter mehr als 20.000 Euro Bargeld, mehrere Messer, kleinere Mengen Rauschgift sowie eine Vielzahl schriftlicher Unterlagen und elektronischer Datenträger.

RTL-Terrorismusexperte Michael Ortmann ist sich sicher, dass die Lage sehr ernst war und von den Ermittlern deshalb geheim gehalten worden ist. "Die Tatsache, dass man Kontakt zu Waffenhändlern aufgenommen und 20.000 Euro Bargeld, sowie Messer gefunden hat, zeigt, wie entschlossen sie zur Sache gingen. Diese Äußerungen, dass sie so viele 'Ungläubige' wie möglich töten wollten, sind sehr ernst zu nehmen. Denn: Sie meinten es wirklich ernst!", sagt Ortmann. So müssen die Verdächtigen schon länger unter Beobachtung gewesen sein.

Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat

Durch verdeckte Ermittlungen kamen die Beamten auf die Spur der Beschuldigten. Es bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, so die Staatsanwaltschaft. Bei der Festnahme hätten die Beschuldigten keinen Widerstand geleistet. An den Durchsuchungen und Festnahmen waren auch Spezialkräfte beteiligt. Das Rhein-Main-Gebiet gilt als einer der Schwerpunkte der hessischen Salafistenszene.