Unruhen in den USA

Joe Biden kritisiert Donald Trumps Bibel-Aktion: "Das ist unfassbar!"

03. Juni 2020 - 10:40 Uhr

Heftige Kritik nach Bibel-Foto

In den USA reißen die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt nicht ab. Wieder gibt es Verletzte. Mittlerweile haben 40 Städte nächtliche Ausgangsperren verhängt, darunter auch New York City. Und was macht US-Präsident Donald Trump? Er droht mit dem Einsatz des Militärs und posiert mit einer Bibel in der Hand. Für ein "Foto" habe der Präsident Tränengas und Gummigeschosse auf Demonstranten feuern lassen, sagt der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, im Video. 

„Er benutzt das amerikanische Militär gegen das Volk“

"Wenn friedliche Demonstranten mit Gewalt vor dem Weißen Haus weggeräumt werden, nur damit sich der Präsident für ein Foto mit einer Bibel vor einer Kirche hinstellen kann, das ist unfassbar", sagt Trump-Herausforderer Biden am Dienstag. Zuvor hatte er den Präsidenten bereits auf Twitter heftig kritisiert. "Er benutzt das amerikanische Militär gegen das Volk", twitterte er.

Trump hatte nach seiner Ansprache am Montagabend (Ortszeit) im Garten des Weißen Hauses mit einer Bibel vor der nahe gelegenen Kirche St. Johns für Pressefotos posiert. Damit er sicher dorthin gehen konnte, drängten teils berittene Polizisten friedliche Demonstranten zurück und setzten auch Tränengas ein.

„Es war wirklich, wirklich beschämend“

News Bilder des Tages President Donald J. Trump poses with a bible outside St. John s Episcopal Church after delivering remarks in the Rose Garden at the White House in Washington, DC, on Monday, June 1, 2020. Trump addressed the issues involving the
News Bilder des Tages President Donald J. Trump poses with a bible outside St. John s Episcopal Church after delivering
© imago images/UPI Photo, SHAWN THEW via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Kritik erntete Trump auch von Bischof Michael Curry, dem Vorsitzenden der Episkopalkirche in den USA. Trump habe eine Kirche und die Heilige Bibel für parteipolitische Zwecke benutzt, schrieb Curry auf Twitter. "Ich bin empört", sagte Bischöfin Mariann Edgar Budde von der Diözese Washington zu CNN. Trumps Botschaft stehe im Gegensatz zur kirchlichen Lehre. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, kritisierte die Anwendung von Gewalt, um Trump den Weg für ein Pressefoto frei zu machen. "Es war wirklich, wirklich beschämend."

Erzbischof: Trump missbraucht katholische Einrichtung

U.S. President Donald Trump and first lady Melania Trump pose beside a statue of Pope John Paul II as they visit the Saint John Paul II National Shrine in Washington, U.S., June 2, 2020. REUTERS/Tom Brenner
Donald Trump und First Lady Melania legten am Dienstag einen Kranz am Denkmal des verstorbenen Papstes nieder.
© REUTERS, TOM BRENNER, JRB

Am Dienstag sorgte der Besuch von Trump bei einem Schrein für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. in Washington erneut für Kritik. Der Erzbischof von Washington, Wilton Gregory, teilte am Dienstag mit, er finde es "verwerflich", dass sich eine katholische Einrichtung auf eine Weise missbrauchen und manipulieren lasse, die gegen katholische Prinzipien verstoße. Johannes Paul II. sei ein Verfechter von Menschenrechten gewesen. Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am Montag vergangener Woche in Minneapolis werden die USA von Unruhen erschüttert. Donald Trump und First Lady Melania legten am Dienstag einen Kranz am Denkmal des verstorbenen Papstes nieder.