Heldenhafte Aktion

Während antirassistischer Demo: Schwarzer Aktivist rettet mutmaßlichen Rechtsextremen

16. Juni 2020 - 10:23 Uhr

Gegendemonstrant in London ging zu Boden

Das Foto geht um die Welt – als Symbol für Menschlichkeit und Respekt: Patrick Hutchinson trägt einen verletzten Mann über der Schulter. Der Mann soll ein rechter Demonstrant sein, der während der antirassistischen Proteste in London angegriffen wurde.

„In so einem Moment denkst du nicht. Du tust einfach, was du tun musst“

In London waren am Samstag "Black Lives Matter"- Aktivisten und rechte Gegendemonstranten aneinandergeraten. Es kam zu Prügeleien – einer der Gegendemonstranten, vermutlich aus dem rechten Spektrum, ging zu Boden. Patrick Hutchinson überlegte nicht lange und half.

Der dunkelhäutige Aktivist schnappte sich den benommenen Mann und trug ihn in Richtung von Polizisten. "Sein Leben war in Gefahr", so der gefeierte Held gegenüber dem britischen Sender "Channel 4". Hutchinson weiter: "In so einem Moment denkst du nicht. Du tust einfach, was du tun musst".

"...wäre George Floyd noch am Leben"

Für Hutchinson zog laut "Channel 4" Verbindungen zwischen seinem Einschreiten und dem Tod von George Floyd in den USA. "Wenn die anderen drei Polizisten, so wie wir, eingeschritten wären und ihre Kollegen gestoppt hätten, wäre George Floyd noch am Leben".

Am Wochenende kam es auch in den USA erneut zu wütenden Proteste gegen Rassismusund Polizeigewalt. In Atlanta erschoss ein Polizist einen Schwarzen bei einer Verkehrskontrolle. Rayshard Brooks Tod fachte die Wut der Demonstranten weiter an.