Anteilnahme für die Opfer: Bus fährt von Halle nach Hanau

Menschen versammeln sich und zeigen ein Plakat mit der Aufschrift "Solidarity". Foto: Petra Buch/dpa-Zentralbild/dpa
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21. Februar 2020 - 17:00 Uhr

Als Zeichen der Anteilnahme für die Angehörigen der Anschlagsopfer von Hanau sind rund 30 Menschen von Halle in Sachsen-Anhalt nach Hessen gefahren. "Wir wollen den Menschen vor Ort nah sein. Das ist wichtig, dass wir ihnen zuhören, miteinander reden, und ihnen unsere Hilfe anbieten", sagte Mamad Mohamad, Geschäftsführer des Landesnetzwerkes Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt am Freitag bei der Abfahrt des Reisebusses. In Hanau hatte ein Deutscher am Mittwochabend neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Anschließend soll der 43-jährige Sportschütze seine 72 Jahre alte Mutter und sich selbst getötet haben.

Mohamad sagte, da der Anschlag von Halle erst vier Monate her sei, wisse man sehr genau, welche Ohnmacht Menschen ergreifen könne, die mit so einer Situation umgehen müssten. Die traumatischen Erlebnisse seien von den Menschen noch lange nicht verarbeitet worden. Nach eigenen Angaben kam die Gruppe am frühen Nachmittag in Hanau an. Dort legten die Teilnehmer Blumen und Kerzen nieder und kamen mit Trauernden ins Gespräch, wie eine Mitgereiste berichtete.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Rechtsextremist bei dem Anschlag auf die jüdische Synagoge in Halle versucht, mehr als 50 Menschen in dem Gotteshaus zu töten. Als dies misslang, erschoss der Deutsche auf der Straße eine unbeteiligte 40 Jahre alte Frau und einen 20 Jahre alten Gast in einem nahen Dönerladen.

Quelle: DPA