Attentat nahe Weihnachtsmarkt

Anschlag in Straßburg fordert fünftes Todesopfer

Straßburg: Fünf Tage nach dem Attentat nahe des Weihnachtsmarktes gibt es ein fünftes Todesopfer.
© dpa, Sebastian Gollnow, scg ssd cul

17. Dezember 2018 - 12:12 Uhr

Mutmaßlicher Täter war zwei Tage lang auf der Flucht

Fünf Tage nach dem Attentat nahe des Straßburger Weihnachtsmarktes ist ein fünftes Opfer seinen Verletzungen erlegen. Nach Polizeiinformationen soll es sich um einen Polen handeln. Der mutmaßliche Attentäter Cherif Chekatt hatte in der Straßburger Innenstadt plötzlich um sich geschossen und zahlreiche Menschen verletzt. Zwei Tage lang war er auf der Flucht, bevor er von drei Polizisten erschossen wurde. Die Terrororganisation IS hatte die Tat für sich reklamiert.

Opfer verhinderte wohl noch Schlimmeres

Nach einem Bericht der polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza" soll der 36-jährige Pole aus Katowice (Kattowitz) am Tag des Anschlags noch Schlimmeres verhindert haben. Der seit rund 20 Jahren in Straßburg lebende Mann habe mit mehreren Bekannten vor einem Musikclub gestanden, um eine Zigarette zu rauchen. Als die Männer den Schützen erblickten, hätten sie sich ihm in den Weg gestellt und die Tür verschlossen.

Cherif Chekatt soll IS-Anhänger gewesen sein

Dass Cherif Chekatt IS-Anhänger gewesen sei, sagte nun auch sein Vater aus. Er habe vergeblich versucht, seinem Sohn die Augen über den IS zu öffnen - leider nicht erfolgreich. Sein Sohn sei davon überzeugt gewesen, dass der IS "für eine gerechte Sache kämpfe." Die Familie des Attentäters war kurz nach der Tat verhaftet worden, wurde aber mittlerweile wieder entlassen. Ihnen sei nichts vozuwerfen, sagte die Staatsanwaltschaft. Cherif Chekatt selbst radikalisierte sich vermutlich während eines Gefängnisaufenthaltes.

Hunderte Menschen bei Gedenkfeier in Straßburg

15.12.2018, Frankreich, Straßburg: Trauernde stellen Kerzen auf, um den Opfern des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt zu gedenken. Ein Attentäter hatte am 11.12.2018 in der Straßburger Innenstadt das Feuer eröffnet. Drei Menschen wurden getötet, zahlr
In Gedenken an die Opfer stellten Menschen Kerzen auf und legten Blumen und Erinnerungen nieder.
© dpa, Jean-Francois Badias, afn pat

In Straßburg ist die Stimmung weiterhin bedrückt. Meiden wollen die Menschen den Weihnachtsmarkt und die Innenstadt aber nicht. Hunderte gedachten jetzt der Opfer des Anschlags. Die Gedenkzeremonie fand vor der riesigen Weihnachtstanne auf dem Kléber-Platz statt und wurde von mehreren Menschenrechtsorganisationen organisiert.