Nach den tödlichen Schüssen in Hanau

Augenzeugen-Video zeigt: Hier verschafft sich die Polizei Zugang zur Wohnung des Täters

22. Februar 2020 - 14:16 Uhr

SEK-Beamte stürmen die Wohnung von Tobias R.

Nachdem Tobias R. in Hanau in zwei Shisha-Bars neun Menschen erschossen hatte, fuhr er wieder nach Hause. SEK-Beamte stürmten daraufhin die Wohnung des Tatverdächtigen. Die Aufnahmen, die eine Augenzeugin aus der Nachbarschaft von dem Zugriff gemacht hat, zeigen wir im Video.

Beamte in Hanau schreien: „Komm raus“

Aus dem Wohnhaus von Tobias R. wird eine Leiche abtransportiert. der 43-Jährige soll neun Menschen erschossen haben.
Aus dem Wohnhaus von Tobias R. wird eine Leiche abtransportiert. der 43-Jährige soll neun Menschen erschossen haben.
© Foto: privat

Die Nachbarin filmte, wie die Polizei sich zutritt zu der Wohnung von Tobias R. verschaffte. Dort entdeckten die Ermittler die Leichen von ihm und seiner Mutter. Den Vater des Mannes trafen die Beamten lebend an. "Komm raus" schreien die Beamten auf dem Video, bevor sie die Wohnung stürmen. "Zeig mir deine Hände!" Der 72-Jährige sei kein Beschuldigter des Ermittlungsverfahrens, sondern im Zeugenstatus, so der Generalbundesanwalt.

"Die Tat in Hanau ist eindeutig ein rassistisch motivierter Terroranschlag", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer. Die Ermittler gehen außerdem davon aus, dass der mutmaßliche Todesschütze von Hanau psychisch krank war. Der 43-Jährige habe offensichtlich "schweren psychotischen Krankheit" gelitten, sagte Holger Münch, der Präsident des Bundeskriminalamts. Der Täter hinterließ eine Art Manifest und Videos, auf denen er seine krude Weltsicht schilderte.

Spurensicherung in Hanau läuft noch

Nach Schüssen in Hanau - Trauer
Trauer nach dem Anschlag von Hanau
© dpa, Nicolas Armer, nar wst

Die ersten Schüsse fielen in einer Shisha-Bar in der Hanauer Innenstadt. Dann fuhr der Täter weiter und feuerte auf die Menschen in einer Shisha-Bar und einem benachbarten Kiosk im Stadtteil Kesselstadt. Was sich in der "Arena Bar" abspielte, erlebte Muhammed B. hautnah mit. Er kam als einer der wenigen lebend aus der Bar heraus. Vom Krankenbett aus gab er ein Interview, bei dem ihm immer wieder die Tränen kommen.

Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen – wegen Terrorverdachts. Generalbundesanwalt Peter Frank erklärte, dass die Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen sei noch nicht abgeschlossen sei. Auch die Auswertung der Spuren und die Vernehmung der Zeugen liefen noch.

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