Auf einem Markt in der irakischen Hauptstadt

Anschlag in Bagdad - mindestens 28 Tote

Anschläge in Bagdad
© dpa, Hadi Mizban, KM lop

21. Januar 2021 - 12:18 Uhr

Bagdad: Mindestens 28 Tote bei Selbstmordanschlag

Der Irak litt lange unter dem mühsamen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Dann ging die Zahl der Selbstmordanschläge zurück. Aber nun kommt es in Bagdad erneut zu einem blutigen Angriff. Bei den Selbstmordanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Donnerstag mindestens 28 Menschen getötet und 70 weitere verletzt worden.

Mitten auf einem Marktplatz kam es zu mehreren Explosionen

21.01.2021, Irak, Bagdad: Menschen und Sicherheitskräfte versammeln sich am Ort eines tödlichen Anschlags im belebten Geschäftsviertel in der irakischen Hauptstadt. Bei zwei Selbstmordanschlägen in Bagdad sind am Donnerstag mindestens 21 Menschen get
Am Donnerstagmorgen gab es einen Anschlag in Bagdad.
© dpa, Hadi Mizban, KM lop

Am Donnerstag kam es in den frühen Morgen auf einem Markt in der irakischen Hauptstadtauf einem Markt in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu einer schweren Explosion. Nach ersten Informationen riss ein Selbstmordattentäter mindestens 28 Personen auf dem Tayaran-Platz im Zentrum von Bagdad mit sich in den Tod. Das sagte der Leiter des Zivilschutzes, Kadhim Buhan, nach dem Angriff gegenüber Journalisten. Die beiden Attentäter hätten sich während einer Verfolgungsjagd mit Sicherheitskräften auf einem Marktplatz in die Luft gesprengt, sagte Armeesprecher Jahia Rasul. Zu der Tat im Stadtzentrum bekannte sich zunächst niemand.
Das Tatmuster könnte auf den Islamischen Staat (IS) hindeuten.

Handyvideos zeigen den Anschlag

Videos von den Augenblicken nach den Explosionen zeigten mehrere Tote und Verletzte auf einem Marktplatz liegend. Retter versorgten die Opfer. Auf dem Boden waren Blutpfützen zu sehen.

Schwerster Anschlag seit über einem Jahr

Es war der schwerste Selbstmordanschlag im Irak seit mehr als einem Jahr. Das Land leidet noch immer unter den Folgen des Kampfes gegen die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die zwischen 2014 und 2017 große Gebiete im Norden und Westen des Iraks beherrscht hatte. Einer der schwersten Anschläge der vergangenen Jahre ereignete sich im Januar 2018, als zwei Attentäter auf einem belebten Marktplatz in Bagdad 38 Menschen töteten.

Die irakischen Sicherheitskräfte konnten den IS mit internationaler Unterstützung - insbesondere der USA - militärisch besiegen. Zellen der Terroristen sind aber weiterhin aktiv und verüben regelmäßig Anschläge. In Bagdad kam es in vergangenen Monaten zudem immer wieder zu Raketenangriffen, die sich auch gegen irakische Militärstützpunkte richteten, die von US-Truppen genutzt werden. Meist stecken dahinter örtliche Milizen, von denen manche vom Nachbarland Iran unterstützt werden.

dpa