Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: LKA warnte vor Attentäter Amri

28. März 2017 - 16:52 Uhr

Ermittler schlugen schnelle Abschiebung vor

Hätte der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verhindert werden können? Offenbar hat die Polizei schon Monate vor der Tat vor einem Selbstmordanschlag des Attentäters Anis Amri gewarnt. Doch die Verantwortlichen reagierten nicht.

"Jäger ist ein Sicherheitsrisiko für die Menschen in ganz Deutschland"

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD)
NRW-Innenminister Jäger unter Druck: Sein Ministerium hatte Bedenken, Amri abzuschieben
© dpa, Federico Gambarini, fg sab

Wie die 'Bild am Sonntag' berichtet, hat das nordrhein-westfälische LKA bereits im März 2016 das Innenministerium davor gewarnt, dass der tunesische Attentäter Anis Amri einen Anschlag planen könnte. Die Ermittler schlugen eine schnelle Abschiebung vor. Doch dazu kam es nicht - Amri konnte ungestört morden.

Das könnte jetzt zumindest politisch ein Nachspiel haben: Der Druck auf NRW-Innenminister Ralf Jäger wächst. Am Mittwoch soll der SPD-Politiker vor dem Landtags-Untersuchungsausschuss aussagen. Die Opposition reagierte prompt: Der Chef der CDU in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, sagte der 'Bild am Sonnatg': "Diese neuen Enthüllungen sind dramatisch." Jäger sei "ein Sicherheitsrisiko für die Menschen in ganz Deutschland". Der stellvertretende Chef der FDP im Landtag, Joachim Stamp, forderte Jäger zum Rücktritt auf.

12 Menschen sterben nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt

Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert und zwölf Menschen getötet. Zuvor hatte er sich fast anderthalb Jahre lang in Deutschland aufgehalten. Er nutzte mehr als ein Dutzend gefälschte Identitäten, wurde als Gefährder eingestuft, von der Polizei observiert und sogar kurz in Abschiebehaft genommen. Und doch konnte er den schwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland verüben.