Verfassungsschutz gab Infos offenbar nicht weiter

Clan soll Berlin-Attentäter Amri geholfen haben

Nach dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz 2016 lieferte ein V-Mann Hinweise auf Verbindungen von Anis Amri ins Clanmilieu.
Nach dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz 2016 lieferte ein V-Mann Hinweise auf Verbindungen von Anis Amri ins Clanmilieu.
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19. November 2020 - 12:09 Uhr

Verfassungsschützer sollen im Bundestag aussagen

Nach dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz 2016 lieferte ein V-Mann brisante Hinweise auf Verbindungen des Attentäters Anis Amri ins Clanmilieu. Doch der Verfassungsschutz leitete die Informationen nicht an die Ermittler weiter, wie im Untersuchungsausschuss des Bundestages bekannt wurde. Jetzt sollen die Verfassungsschützer zu dem Vorgang aussagen, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Anis Amri tötete am Berliner Breitscheidplatz zwölf Menschen

Wenige Wochen nach dem Anschlag hatte ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern berichtet: Anis Amri, der am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagenfahrer erschoss und dann mit dem Lastwagen auf dem Weihnachtsmarkt elf weitere Menschen tötete, soll Kontakte zu einem kriminellen Clan in Berlin gehabt haben

Clanmitglieder könnten bei Flucht geholfen haben

Terroranschlag Breitscheidplatz Berlin
Eine Schneise der Verwüstung war auf dem Weihnachtsmarkt zu sehen, nachdem Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war.
© deutsche presse agentur

Im Raum steht der Verdacht, Angehörige des Clans könnten Amri bei der Beschaffung der Tatwaffe und bei seiner Flucht aus Berlin geholfen haben. Amri floh nach dem Anschlag über Frankreich nach Italien, wo er von der Polizei erschossen wurde.

Ein Vorgesetzter des V-Manns soll die Infos über die möglichen Clan-Helfer aber nicht an die Ermittler weitergereicht haben. Inzwischen befasst sich der Generalbundesanwalt mit der Sache.