SPD-Minister Heil und Giffey in Aktion

Anpacken statt Reden: Zwei Minister machen ein Praktikum im Pflegeheim

04. Dezember 2019 - 17:35 Uhr

Hubertus Heil und Franziska Giffey wollen den Beruf attraktiver machen

Heben, waschen, Haare kämmen und Essen verteilen - Pflege ist ein harter Job, und kaum jemand will ihn machen. Doch wen wundert es: Die Bezahlung ist schlecht und zu wenig Personal kümmert sich um zu viele Pflegebedürftige. Jetzt will die Politik mit Schnupper-Praktika mehr Fachkräfte in die Pflegeheime locken - und geht mit zwei Ministern voran. RTL hat Arbeitsminister Hubertus Heil und Familienministerin Franziska Giffey bei ihrem ersten Praktikum in einem Berliner Pflegeheim begleitet.

Kittel an und los geht´s

Politiker fordern immer wieder bessere Rahmenbedingungen für die Pflege. Diese sind auch dringend notwendig, denn der Personalmangel ist massiv und mit ihrem Gehalt kommen viele Pfleger gerade so über die Runden. Dabei zählt im Alltag jede Fachkraft. Das wissen jetzt auch die beiden Bundesminister Franziska Giffey und Hubertus Heil. Die beiden SPD-Politiker haben in einem Berliner Pflegeheim ein Schnupper-Praktikum absolviert - mit allem, was dazu gehört.

Giffey und Heil haben sich einen Kittel übergezogen und eine ganz normale Routine-Schicht durchlaufen. Das heißt: Morgens das Frühstück verteilen, mit den Patienten reden, eine Unterrichtseinheit für Pfleger anhören und dann das Mittagessen servieren. RTL hat die Politiker dabei exklusiv begleitet.

Wie sich die Minister Giffey und Heil angestellt haben und wie sie gegen die Not in der Pflege vorgehen wollen, erfahren Sie im Video.

Bessere Pflege drückt auf das Portmonnaie

Die steigende Zahl der Pflegebedürftigen setzt die Fachkräfte immer stärker unter Druck und treibt auch die Pflegeversicherungsbeiträge in die Höhe. Bereits in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Empfänger von Pflegeleistungen auf zuletzt rund 3,3 Millionen verdoppelt, und sie wird laut "Bertelsmann Stiftung" weiter wachsen - bis zum Jahr 2045 auf rund fünf Millionen Menschen.

Deshalb muss der Beitragssatz der Pflegeversicherung der Studie zufolge bis zum Jahr 2045 von 3,05 auf 4,25 Prozent steigen. Das wären für ein heutiges Durchschnittseinkommen fast 550 Euro mehr im Jahr, teilte die Stiftung mit. Eingerechnet dabei ist, dass es mehr Pflegekräfte geben soll und diese auch besser als heute bezahlt werden sollen. Bereits Anfang 2019 war der Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte angehoben worden. Bis 2022 dürfte laut Studie das Geld somit reichen.

Neues Maßnahmenpaket für die Pflege

Am 1. Januar ist ein Maßnahmenpaket in Kraft getreten, das die Personalnot in der Pflege lindern soll. Das Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn sieht unter anderem vor, 13.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege zu schaffen. Außerdem sollen sich die Arbeitsbedingungen, die Vereinbarkeit von Arbeit und Beruf sowie die Bedingungen für die Pflege zu Hause verbessern. 

mo