Solidarität in der Corona-Krise

Über 500.000 freiwillige Helfer für den britischen Gesundheitsdienst

Zwei freiwillige Helferinnen des britischen Gesundheitsdienstes "NHS" im Supermarkt.
© REUTERS, CARL RECINE, tj

26. März 2020 - 13:12 Uhr

Anpacken in Krisenzeiten

Mit dieser riesen Resonanz hatte wohl auch die britische Regierung nicht gerechnet: Weit über eine halbe Million Briten haben sich als freiwillige Helfer des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS im Kampf gegen das Coronavirus gemeldet. Die Regierung hatte am Dienstag einen Aufruf gestartet, um ursprünglich nur eine Viertelmillion Freiwillige zu finden – jetzt sind es mehr als doppelt so viele.

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Gesundheitsminister ist begeistert

Es sei "fantastisch", dass bereits 560.000 Menschen ihre Unterstützung angeboten hätten, twitterte Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag in London. "Meine Kollegen vom nationalen Gesundheitsdienst tun so viel, um sich um uns zu kümmern. Besonders in dieser Notlage und ganz besonders jetzt während der Corona-Krise."

Britischer Gesundheitsdienst: Unterfinanzierung, Sparzwang, Fachkräftemangel

Helfende Hände, die dringend gebraucht werden: Das britische Gesundheitssystem wurde nach Ansicht von Kritikern in den vergangenen Jahren kaputtgespart. Es gilt als chronisch überlastet und marode. Umso wichtiger ist es jetzt, dass freiwillige Helfer mitanpacken. Davon profitieren sollen Menschen, die in längerer Isolation leben müssen. Für sie sollen die freiwilligen Helfer unter anderem Essen und Medikamente besorgen. 

In Großbritannien haben sich mittlerweile über 9.500 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - darunter einige Kinder. Unter ihnen ist auch der fünfjährige Sohn von Lauren Fulbrook. In einem emotionalen Post auf Facebook appelliert die junge Mutter an ihre Mitmenschen: "Corona ist kein Witz!"

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