Anneli-Prozess: Vater wendet sich unter Tränen an ihre Peiniger

26. August 2016 - 17:18 Uhr

"Perle der ganzen Familie"

Im Prozess um die 17-jährige Anneli, die zuerst entführt und dann getötet wurde, wendet sich der Vater in einer emotionalen Rede an die mutmaßlichen Täter. Er erzählt, welch unbeschreiblicher Verlust Annelis Tod für ihn bedeutet. Unter Tränen beschreibt er, welche große Belastung seitdem auf ihm und seiner Familie lastet.

Er beschimpft sie als "Ausgeburten der Hölle": Die beiden Männer Markus B. (40) und Norbert K. (62), die das Leben seiner Familie zur Qual gemacht haben. Sie haben ihm seine jüngste Tochter genommen und damit die Familie zerstört.

Die ältere Schwester nennt Anneli die "Perle der ganzen Familie." Sie sei ein begabtes Kind gewesen und hätte eine Familie gegründet. So beschreibt der Vater Uwe R. laut 'Bild'-Zeitung die Zukunft seiner Tochter, die ihr bevorgestanden hätte. Auch seine Frau Ramona leide enorm unter den Folgen der grausamen Tat. Mit dieser emotionalen Beschreibung machen die Eltern deutlich, wie groß der Verlust für die Familie ist.

Norbert K. ist ein "Handlanger des Todes"

Annelis Eltern umarmen sich im Gerichtssaal
Emotionale Szenen im Anneli-Prozess
© dpa, Christian Essler, dna lof

Sie sind davon überzeugt, dass ihr Kind ermordet und würdelos verscharrt wurde. Der Mitangeklagte Norbert K. ist für Uwe R. eine tickende Zeitbombe, vor der die Gesellschaft geschützt werden müsse. Er sei der "Handlanger des Todes".

Die beiden Angeklagten der Unternehmer-Tochter sollen Anneli am 13. August 2015 entführt und vom Vater 1,2 Millionen Euro gefordert haben. Als sie das Geld nicht bekamen, sollen sie die junge Frau getötet haben. Die Anklage lautet auf erpresserischen Menschenraub mit Todesfolge. Das Urteil wird für den 5. September erwartet.