"Anne Will"-Talk zum Coronavirus

Ärztin befürchtet Kollaps des Gesundheitssystems

Ärztin Bernadett Erdmann befürchtet einen Kollaps des Gesundheitssystems.
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24. März 2020 - 11:36 Uhr

Darüber wurde bei "Anne Will" diskutiert

"Deutschland im Ausnahmezustand – gewinnen wir den Kampf gegen das Coronavirus?", heißt der Titel der Anne-Will-Sendung am Sonntagabend. Mit ihren Gästen diskutiert die Talkmasterin über Wirksamkeit und Dauer des beschlossenen Kontaktverbots im Zuge der Coronavirus-Krise. Außerdem geht es um den Zustand der Kliniken und wie diese für gerüstet sind. Eine Ärztin befürchtet einen Kollaps des Gesundheitssystems.

Bundesweites Kontaktverbot wegen Coronavirus

In Deutschland überschlagen sich die Ereignisse: Als erstes Bundesland verhängt Bayern in der Corona-Krise weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Andere Länder folgen dem Beispiel. Kurz nachdem ein bundesweites Kontaktverbot verkündet wird, macht eine weitere Meldung die Runde: Auch Kanzlerin Angela Merkel befindet sich nun in Corona-Quarantäne.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gibt in Sachen Coronavirus den Krisenmanager - nicht immer zur Freude seiner Kollegen aus den anderen Ländern.
© dpa, Sven Hoppe, shp lop

Bernadett Erdmann, Chefärztin am Klinikum Wolfsburg: "Ich befürchte, dass wir in wenigen Wochen vor einem Kollaps stehen."

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern: "Ich kann nur eines sagen: Die Lage ist viel, viel ernster, als die meisten Glauben."

Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts: "Wir wollen weder Panik machen, noch wollen wir die Leute falsch beruhigen."

Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlands: "Wir stehen ganz am Anfang der Krise."

Melanie Brinkmann, Professorin für Virologie: "Der Fokus muss sein, die Risikogruppen zu schützen."

Sebastian Fiedler: Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter: "Alle demokratischen Kräfte müssen zusammenstehen."

Das Fazit

Für die Medizinerin Erdmann ist die Lage in den Krankenhäusern dramatisch. Die Chefärztin denkt, dass das Kontaktverbot viel zu spät kommt und rechnet mit einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Ministerpräsident Söder und Kanzleramtschef Braun verteidigen die staatlichen Maßnahmen. Wie lange die Regeln bestehen bleiben, können beide zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Virologin Brinkmann rechnet damit, dass es im kommenden Jahr einen Impfstoff gibt. In der Gesprächsrunde herrscht Einigkeit, dass eine internationale Zusammenarbeit in der Krise notwendig ist.