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Anne Will-Runde diskutiert über Lockdown - Söder verteidigt Kurs

Corona-Talk bei Anne Will

„Wenn wir die nächsten vier Wochen gut nutzen, brauchen wir keine anderen Maßnahmen“

 Markus Söder  Bayerischer Ministerpräsident / PK zur Corona-Pandemie / Zweiter Lookdown für Deutschland / Prinz-Carl-Palais / München / 28. Oktober 2020 *** Markus Söder Bavarian Prime Minister PK on Corona Pandemic Second Lookdown for Germany Princ
Markus Söder ( Bayerischer Ministerpräsident) / PK zur Corona-Pandemie / Zweiter Lookdown für Deutschland / Prinz-Carl-
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von Marko Schlichting

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat in der Anne-Will-Talkshow zum Corona-Lockdown die am Montag startenden Einschränkungen begründet. Der Teillockdown sei die richtige Alternative, sagte er. Bei dem jetzigen Lockdown habe man Kitas und Schulen offen halten wollen, die Menschen sollten weiter ihrer Arbeit nachgehen. Trotzdem wollte man Kontakteinschränkungen erreichen, und da sei nur der Freizeitbereich geblieben. Es tue ihm leid, dass die aktuellen Maßnahmen beschlossen werden mussten, sagte Söder. Aber dafür gebe es ja finanziellen Ausgleich.

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„Disziplin, Geduld, gute Nerven und Optimismus"

Für die nächsten Wochen seien nun vier Dinge wichtig: „Disziplin, Geduld, gute Nerven und Optimismus“, sagte der CSU-Politiker. „Wir haben gut und entschlossen reagiert.“ Unser Gesundheitssystem sei gut, und im Sommer seien zusätzliche Intensivbetten angeschafft worden. Und: „Wenn wir die nächsten vier Wochen gut nutzen, brauchen wir keine anderen Maßnahmen.“

Kanzleramtschef Helge Braun von der CDU konnte in der Sendung mit einigermaßen konkreten Plänen aufwarten. In zwei Wochen wollen sich die Ministerpräsidenten erneut mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammensetzen. Da soll diskutiert werden, was bis dahin erreicht worden sei. Dann kläre sich, ob man bis Ende November alles so lassen könne oder ob die Maßnahmen noch einmal verstärkt werden müssten. Nach dem Lockdown müssten dann wieder die Landkreise über Corona-Maßnahmen entscheiden, aber viel schneller als bisher.

Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP ärgerte sich vor allem über die Forderung von Markus Söder, Das geltende Infektionsgesetz zu „verbreitern“ und zu stärken. Zum guten politischen Ton gehöre auch Verhältnismäßigkeit. In Wirklichkeit werde aber in die Berufsausübung vieler Bürger eingegriffen, sagte die Politikerin. Damit meint sie vor allem die Beschäftigten in Kinos, Theatern oder Restaurants, von denen viele im November nicht arbeiten, weil die Einrichtungen geschlossen werden.

Till Brönner: „Wir dürfen nicht mit ansehen, wie die Kultur stirbt“

 Till Brönner 2020-11-01, Berlin, Deutschland - Till Brönner, Jazz-Musiker und Fotograf, zu Gast bei Anne Will im Ersten Deutschen Fernsehen. Thema der Politik-Talkrunde: Vier harte Wochen - wie nachhaltig wirken die Anti-Corona-Maßnahmen *** Till Br
Till Brönner, Jazz-Musiker und Fotograf, zu Gast bei Anne Will im Ersten.
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Besonders hart treffen die neuen Maßnahmen den Kulturbetrieb, klagte der bekannteste Jazztrompeter Deutschlands, Till Brönner. Im Kulturbereich seien nicht nur Künstler beschäftigt, sondern auch viele Helfer wie Roadies oder Techniker. Insgesamt seien das 1,5 Millionen Menschen, von denen viele Hartz 4 beantragen müssten. Brönner habe seit März nur drei Konzerte geben können. Der Kulturbetrieb sei seit Februar im Dauer-Lockdown. „Wir dürfen nicht mit ansehen, wie die Kultur stirbt“, so Brönner.

Uneinig über die richtigen Hygienekonzepte waren sich vor allem die beiden Wissenschaftler, die in der Sendung diskutierten. Während die Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut ein „Reset“ forderte und von der Politik verlangte, für ein größtmögliches Absinken der Ansteckungszahlen zu sorgen, plädierte der Sozialmediziner Stefan Willich von der Charité in Berlin dafür, die Gesundheitsämter besser auszustatten – mit mehr Personal und besserer Technik. Dann könne man auch verantworten, die Zahl der Erkrankungen auf hohem Niveau stabil zu halten. Er forderte, dass der so genannte Schwellenwert für Risikogebiete angehoben werde. Der liegt jetzt bei 50 Fällen innerhalb von sieben Tagen bei 100.000 Patienten. Willich wünscht sich eine Anhebung auf 100.

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