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Anne-Will: Annalena Baerbock fordert mehr Mitsprache für Frauen

Anne-Will-Talk im Ersten:

Baerbock fordert mehr Mitsprache für Frauen

 Annalena Baerbock 2020-11-15, Berlin, Deutschland - Annalena Baerbock Bündnis 90/Die Grünen, Parteivorsitzende, zu Gast bei Anne Will im Ersten. Thema der Politiktalk-Runde im Ersten Deutschen Fernsehen: Auftakt der ARD-Themenwoche Wie wollen wir le
Grünen-Chefin Annalena Baerbock bei Anne Will.
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von Marko Schlichting

Mehr Beteiligung von Frauen in Wirtschaft und Politik – das haben die Grünen-Chefin Annalena Baerbock und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Sonntagabend bei „Anne Will“ gefordert. „Ich will die Werte der Gleichberechtigung verteidigen“, sagte Baerbock. In der Zukunft müssten Dinge wie Geschlecht, Verdienst oder Behinderung egal sein.

SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz bezeichnet sich selber als Feminist. Er kritisierte die CDU. Sie habe viel zu lange ein Gesetz blockiert, das jetzt beschlossen werden soll. Danach muss im Vorstand jedes Dax-Unternehmens mindestens eine Frau sitzen.

Investitionen für die Umwelt

Besonders für die Grünen-Chefin ist es wichtig, dass mehr Geld für die Umwelt ausgegeben wird. Aktuell gebe es nicht nur die Corona-Pandemie, man dürfe bei allen Sorgen auch die Klimaveränderungen nicht vergessen. Man müsse Wohlstand für alle erreichen und „Die Zukunft neu und besser bauen“, sagte Baerbock.

„Der Markt regelt sich nicht von alleine“, ist sich auch Finanzminister Scholz sicher. Deswegen sei es richtig gewesen, dass die Bundesregierung gerade in der Corona-Krise eingegriffen habe. So könne sich die Wirtschaft auch jetzt entwickeln. Auch in der Zukunft müsse der Staat Entwicklungen unterstützen. Dazu gehörten neue Energien, der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft oder die elektro-Mobilität. Zusätzlich müssten „Steuervermeidungsstrategien“ von Unternehmen erschwert werden.

Dass sei schon nach der Finanzkrise passiert, sagte der dritte im Bunde, der CDU-Politiker Friedrich Merz. Er will Vorsitzender seiner Partei und vielleicht deren Kanzlerkandidat werden. Auch er findet Investitionen gut, aber die müssten zeitlich begrenzt sein. Jetzt müsse man klotzen, sagte er. Baerbock und Scholz dagegen verteidigten langfristige Investitionen. Die gehen aber der Grünen-Chefin immer noch nicht weit genug. So habe der Bund zum Beispiel bei der Unterstützung der Lufthansa falsch gehandelt. Die Unterstützung selber sei gut gewesen, gleichzeitig hätte aber geklärt werden müssen, wie das Flugunternehmen nach der Krise nachhaltig arbeiten solle. Das wäre in Österreich besser gelaufen, wo man Mindestticketpreise und die Stilllegung von Kurzstrecken vereinbart habe.

Merz will den Mittelstand fördern

 Friedrich Merz 2020-11-15, Berlin, Deutschland - Friedrich Merz CDU, ehemaliger Fraktionschef im Bundestag und Kandidat für den Parteivorsitz, zu Gast bei Anne Will im Ersten. Thema der Politiktalk-Runde im Ersten Deutschen Fernsehen: Auftakt der AR
Friedrich Merz möchte den Mittelstand fördern und dafür sorgen, dass Unternehmen nicht ins Ausland abwandern.
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Baerbock will Geld vor allem in Digitalisierung, Klimaschutz und Bildung stecken. Scholz spricht sich für mehr Steuergerechtigkeit aus, verlangt eine höhere Besteuerung von Vielverdienern und Investitionen in Infrastruktur. Merz möchte lieber den Mittelstand fördern und dafür sorgen, dass Unternehmen nicht ins Ausland abwandern. Dann könnten sie in Deutschland investieren. Aber dazu seien die Unternehmenssteuern zu hoch, Strom sei zu teuer, und es gebe viel zu viel Bürokratie. Steuererhöhungen brauche man für die Investitionen nicht, Steuersenkungen solle man aber auch nicht versprechen. Das könne alles aus dem Bundeshaushalt gezahlt werden.

Da ist Grünen-Chefin Baerbock ganz anderer Meinung. Sie weist auf einen hohen Investitionsstau vor allem in den Kommunen hin. Die brauchten zum Beispiel dringend Geld für die Modernisierung von Schulen. Auch das Gesundheitssystem müsse erneuert werden, sagte sie. Es sei nicht akzeptabel, dass Krankenpfleger aktuell teilweise rund um die Uhr arbeiten und dann noch ihre Atemschutzmasken selber zahlen müssen.

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