Anleitung zum Bombenbau? Angeklagter schweigt

Das Konterfei der Justitia am Eingang des Gerichtsgebäudes an der Berliner Turmstraße. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/Archivbild
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27. April 2020 - 13:30 Uhr

Weil er in einer Chat-Gruppe Anleitungen zum Bau von Bomben und Schusswaffen verbreitet haben soll, steht ein mutmaßlicher Terror-Sympathisant vor dem Berliner Landgericht. Der 27-Jährige habe das Material Gleichgesinnten zugänglich gemacht, um sie in die Lage zu versetzen, Anschläge zu begehen, heißt es in der heute zu Prozessbeginn verlesenen Anklage. Sie wirft dem Mann Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Dessen Verteidiger erklärten, ihr Mandant werde zunächst schweigen.

Ermittler hatten den angeklagten Syrer, der im Frühjahr 2014 nach Deutschland gekommen war und als Flüchtling anerkannt ist, nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit Anfang 2019 im Visier. Auf seine Spur seien die deutschen Sicherheitsbehörden nach einem Hinweis eines "befreundeten ausländischen Nachrichtendienstes" gekommen. Der Mann, der zuletzt als Reinigungskraft in einer Berliner Grundschule tätig gewesen sei, wurde im November 2019 festgenommen.

Der 27-Jährige soll laut Anklage über einen Messenger-Dienst agiert haben. In einer islamistisch geprägten und dem Islamischen Staat (IS) nahe stehenden Gruppe habe er Anleitungen zum Bau von Schusswaffen sowie zur Herstellung von Sprengstoffen und chemischen Kampfstoffen verbreitet. Er habe über Paket- und Magnetbomben sowie Sturmgewehre und Maschinenpistolen geschrieben. Dabei habe sich die Teilnehmerzahl "in einer Größenordnung von 46 bis 89 Personen bewegt".

Gegen den seit fünf Monaten inhaftierten Syrer gibt es ein weiteres Verfahren, das die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe führt. Dabei geht es um Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Anklage wurde noch nicht erhoben, so die Verteidiger. Der Prozess wird am 29. April fortgesetzt.

Quelle: DPA