Anlagebetrug im Internet um mehr als 100 Millionen Euro

Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archivbild
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07. April 2020 - 16:00 Uhr

Um mehr als 100 Millionen Euro sollen zwei Tätergruppen Tausende Anleger aus ganz Europa betrogen haben. Neun Verdächtige wurden festgenommen und knapp 2,5 Millionen Euro bei Durchsuchungen sichergestellt, wie die Zentralstelle Cybercrime Bayern am Dienstag in Bamberg mitteilte. In Serbien seien außerdem Autos und Wohnungen beschlagnahmt worden. "Mehrere zuletzt aktiv betriebenen Plattformen im Internet konnten abgeschaltet werden."

Die Täter sollen den Kunden vorgegaukelt haben, Plattformen für den Handel mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten zu betreiben. Für etwa 250 bis 300 Euro hätten Anleger dort ein Handelskonto eröffnen können. Spezialisten hätten sie dann per Telefon und Nachrichten überzeugt, größere Summen zu investieren. Den Kunden seien Gewinne vorgespielt worden, obwohl das Geld nie angelegt worden sei. "Das Geld wird über ein komplexes, europaweit installiertes Geldwäschenetzwerk verteilt."

In ganz Europa seien Leute so um ihr Vermögen gebracht worden, erklärten die Ermittler. Allein in Deutschland seien mehrere Tausend darauf hereingefallen. "Das Dunkelfeld ist beträchtlich", hieß es weiter. Denn vielen Anlegern sei das hohe Verlustrisiko bewusst und sie würden deshalb gar nicht erst auf einen Betrug kommen.

Am vergangenen Donnerstag nahmen die Ermittler nach eigenen Angaben sieben Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 25 und 49 Jahren fest. Sie hielten sich demnach in der bulgarischen Hauptstadt Sofia und in der serbischen Hauptstadt Belgrad auf; unter ihnen ist auch ein 36-jähriger Deutscher. Gegen sie ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Haftbefehl wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs ergangen. Bei den Durchsuchungen von mehr als zehn Objekten, darunter zwei Call-Centern, seien umfangreiche Beweise sichergestellt worden.

Quelle: DPA