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Anklage gegen Auszubildenden nach Missbrauchsfällen in Kita

Nach dem mutmaßlichen Missbrauch von Kleinkindern in einer Kindertagesstätte in Schwieberdingen (Kreis Ludwigsburg) hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen früheren Auszubildenden erhoben. Wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte, wird dem 21-Jährigen vorgeworfen, in sieben Fällen sexuelle Handlungen an den Kindern vorgenommen zu haben. In fünf Fällen soll er kinderpornografisches Material von den Kleinkindern aufgenommen haben. Insgesamt seien zehn Kinder betroffen gewesen, hieß es.

Die Opfer waren allesamt ein- bis dreijährige Kinder, die der Mann bei seinen Taten zwischen März 2016 und März 2018 zum Teil auch gefilmt und fotografiert haben soll. Bei dem Verdächtigen war nach Auskunft des Sprechers eine umfangreiche Foto- und Videosammlung mit rund 4000 Kinder- und Jugendpornos gefunden worden.

Nach Abschluss der Ermittlungen der Polizei war zunächst von 13-fachem sexuellen Missbrauch und 16 betroffenen Kindern die Rede gewesen. Nach der Bewertung der Staatsanwaltschaft werden nun nur noch zwölf Fälle als hinreichend für ein Gerichtsverfahren bewertet. Darunter seien auch vier Fälle, die die Anklagebehörde als schweren sexuellen Missbrauch einstuft.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte unterdessen auch, dass geprüft wird, ob der Betreiber der privaten Kita im Kreis Ludwigsburg seine Schutzpflicht verletzt hat. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, konnte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen. Bislang gebe es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Tatverdächtige auch außerhalb der Kita ähnliche Straftaten begangen haben könnte.

Der 21-Jährige, der im Schuljahr 2016/17 seine Ausbildung zum Erzieher in dem Haus begonnen hatte, war am 6. April festgenommen worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Wann es zu einem Gerichtstermin kommt, steht noch nicht fest.


Quelle: DPA

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