Polizei in NRW geht neuen Weg

Animierte Videos: Ermittler jagen Verbrecher mit künstlicher Kinderpornografie

Kinderpornografie (Symbolfoto)

13. August 2020 - 10:34 Uhr

Gesetzgeber schaffte Voraussetzungen

Neuer Weg in der Verbrechensbekämpfung und bei der Suche nach Tätern: Ermittler haben in Nordrhein-Westfalen erstmals künstlich erzeugte Kinderpornografie eingesetzt. Das bestätigte ein Sprecher des Landeskriminalamts NRW. Nachdem der Gesetzgeber die Voraussetzungen für den Einsatz geschaffen habe, werde dieses Instrument auch eingesetzt.

Material wurde bei Bergisch-Gladbach-Ermittlungen eingesetzt

Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.
Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.
© dpa, Dagmar Meyer-Roeger, dag

Aus ermittlungstaktischen Gründen könne man aber nicht sagen, um welche Verfahren es sich handele, da diese noch nicht abgeschlossen seien.

Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" wurde das computergenerierte Material bei den Ermittlungen zum Kindesmissbrauchskomplex Bergisch Gladbach eingesetzt. Die Zeitung beruft sich dabei auf Justizkreise. Auf diese Weise versuchten die Ermittler, das Vertrauen der Täter in Chatgruppen zu gewinnen und Zugang zu den kriminellen Ringen zu erhalten.

Polizei darf keine echten Aufnahmen verschicken

Erst eine Gesetzesnovelle im Frühjahr hatte in Deutschland den Einsatz der künstlich erschaffenen Fotos und Videos bei den Ermittlungen ermöglicht. Echte kinderpornografische Bilder und Videos dürfen Polizisten nach wie vor nicht verschicken.

In Nordrhein-Westfalen hatten jüngst mehrere große Fälle von sexueller Gewalt an Kindern für Entsetzen gesorgt. Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach fanden sich ausgehend von Ermittlungen gegen einen Mann aus der Stadt bei Köln immer weitere Spuren zu Verdächtigen an unterschiedlichen Orten. Sie sollen teils ihre eigenen Kinder missbraucht und Bilder der Taten getauscht haben.