„Ich möchte mich nicht freiwillig ausliefern lassen“

Anhörung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in London

2. Mai 2019 - 20:17 Uhr

Assange sitzt für 50 Wochen im Gefängnis

Seit 2012 lebte Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft von Ecuador in London. Dorthin hatte er sich geflüchtet, um seiner Verhaftung zu entgehen. Die Botschaft setzte Assange im April vor die Tür, nun fand eine gerichtliche Anhörung statt. Der Southwalk Crown Court verurteilte den 47-Jährigen wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen zu 50 Wochen Gefängnis. Doch es könnte noch ungemütlicher werden. Im Video erklärt RTL-Reporter Ulrich Oppold was Assange jetzt droht.

Assange droht die Auslieferung an die USA

Der Gründer der Enthüllungsplattform flüchtete in die Botschaft und beantragte Asyl, weil 2012 ein europäischer Haftbefehl gegen ihn vorlag. In Schweden ermittelte die Polizei wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn. Ecuador hob nun allerdings das politische Asyl auf und die britische Polizei nahm Assange fest. Jetzt droht ihm die Auslieferung in die USA, denn auch dort gibt es Vorwürfe gegen den Mann.

"Ich möchte mich nicht freiwillig ausliefern lassen für Journalismus, der viele Preise gewonnen hat und viele Menschen geschützt hat", sagte Assange der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Er war bei der Anhörung per Video aus dem Gericht zugeschaltet.

„Das wird eine Frage von Leben und Tod für Herrn Assange“

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Manning hatte Wikileaks 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Darin ging es um die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan.

Assange behauptete stets, die Vorwürfe in Schweden seien nur ein Vorwand, um ihn an die USA ausliefern zu können. Sollte er dort wegen Spionage angeklagt werden, droht ihm sogar die Todesstrafe. Wikileaks-Chef Kristinn Hrafnsson kündigte am Mittwoch einen "großen Kampf" über die Auslieferung Assanges an. "Das wird eine Frage von Leben und Tod für Herrn Assange", sagte er der Nachrichtenagentur PA. Am 30. Mai soll die nächste Anhörung stattfinden.