Anhänger von Energie Cottbus feiern "Aufstieg des Bösen" mit Ku-Klux-Klan-Kapuzen

Anhänger von Energie Cottbus posieren mit Kapuzen in Ku-Klux-Klan-Anmutung, einem Banner und einer bengalischen Fackel.
Anhänger von Energie Cottbus posieren mit Kapuzen in Ku-Klux-Klan-Anmutung, einem Banner und einer bengalischen Fackel.
© Twitter, Twitter/JFDA_eV

28. Mai 2018 - 15:00 Uhr

Polizeilicher Staatsschutz ermittelt

Energie Cottbus hat den Aufstieg aus der Regionalliga in die 3. Liga geschafft. Was großer Grund zur Freude sein sollte, haben Anhänger des früheren Bundesliga-Vereins als Bühne für ihr rassistisches Gedankengut genutzt. In den sozialen Netzwerken kursiert ein Foto einer Gruppierung, die mit einem Banner den "Aufstieg des Bösen" feiert. Die Männer auf dem Foto haben sich mit Kapuzen maskiert, die denen des Ku-Klux-Klan nachempfunden sind. Der Staatsschutz ermittelt.

Foto entstand auf dem Marktplatz in Cottbus

Eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd erklärte, dass die Polizei erst nach der Aktion durch das Foto darauf aufmerksam geworden sei. Daraufhin sei Anzeige erstattet worden, hieß es. Es werde intensiv wegen Verstoßes gegen das Versammlungsverbot ermittelt. Das Foto entstand offenbar nach dem Spiel FC Energie Cottbus gegen SC Weiche Flensburg auf dem Marktplatz der Lausitzstadt. Unklar war zunächst, wer das Foto aufgenommen hat. Von der Szene wurde in sozialen Netzwerken nur eine Aufnahme geteilt.

Im Stadion der Freundschaft waren die Feierlichkeiten friedlich verlaufen. Energie Cottbus steht immer wieder wegen fremdenfeindlicher Aktionen seiner Fans in der Kritik. Zuletzt wurde der Verein im Februar für rechtsradikale Sprechchöre und Gesten seiner Anhänger in einem Spiel gegen den SV Babelsberg zu einer Geldstrafe von 7.000 Euro verurteilt. Bis zu 3.000 Euro sollten laut DFB für präventive Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus verwendet werden.

Stellungnahme des Vereins: "Menschenverachtend, abstoßend und in keiner Weise tolerierbar"

Der Verein distanzierte sich "entschieden" von der "Darstellungsform, die menschenverachtend, abstoßend und in keiner Weise tolerierbar ist". Energie begrüßte zudem die polizeilichen Ermittlungen und versprach, "im Falle der Bekanntmachung der Personen bundesweite Stadionverbote und lebenslange Hausverbote" auszusprechen.

"Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Personen der Stadt Cottbus, der gesamten Region und dem FC Energie Cottbus ganz bewusst Schaden zufügen wollen", heißt es in einer Stellungnahme des früheren Bundesligisten: "Wir sind zutiefst betroffen, dass einige wenige Personen durch ihr Handeln die Freude über den Aufstieg trüben und das Image von zehntausenden Energie-Fans und des Vereins beschädigen."