Angststörungen, Depressionen, Panikattacken: Immer mehr junge Menschen leiden an psychischen Erkrankungen

Junge Menschen leiden immer häufiger an psychischen Erkrankungen. (Foto: Motivbild)
© Getty Images, Martin Dimitrov

22. Februar 2018 - 23:39 Uhr

Immer mehr junge Erwachsene sind psychisch krank

Immer mehr junge Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen. Das geht aus dem Barmer-Arztreport 2018 hervor. Von 2005 bis 2016 ist der Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken um 38 Prozent gestiegen.

Jeder sechste Student ist betroffen

Selbst bei den Studierenden, die bisher als weitgehend "gesunde" Gruppe galten, ist inzwischen mehr als jeder sechste psychisch krank – das sind rund 470.000 Menschen. Und der Trend ist weiter steigend. "Gerade bei den angehenden Akademikern steigen Zeit- und Leistungsdruck kontinuierlich, hinzu kommen finanzielle Sorgen und Zukunftsängste", erklärte Barmer-Chef Christoph Straub. Er hält es darum für wahrscheinlich, dass es künftig noch mehr junge Menschen mit psychischen Problemen geben wird.

Je älter Studenten werden, desto größer wird für sie auch das Risiko an einer Depression zu erkranken. Laut dem Report erkranken bei den 18-Jährigen 1,4 Prozent der Studierenden erstmals an einer Depression. Bei den Nicht-Studierenden seien es 3,2 Prozent. Bei den 28- Jährigen sieht das deutlich anders aus. Da werden 3,9 Prozent der Studierenden erstmals depressiv und bei den Nicht-Studierenden nur 2,7 Prozent. 

Krankenkasse will mehr Angebote, um junge Erwachsene zu unterstützen

Um dem Trend entgegenzuwirken, sind aus Sicht der Krankenkasse mehr niedrigschwellige Angebote erforderlich, die junge Erwachsene frühzeitig erreichen, bei denen Depressionen oder Angstzustände bereits ausgebrochen sind. Außerdem seien Programme nötig, um psychischen Krankheiten auch in jungen Jahren schon vorzubeugen. "Ein großes Potenzial sehen wir daher in Online-Angeboten, vor allem, wenn sie anonym sind und den Nutzungsgewohnheiten der Generation Smartphone entgegenkommen", sagte Straub.