Angst wird zur Realität: Aggressive Geflügelpest auf Hof in Lübeck nachgewiesen

13. November 2016 - 9:56 Uhr

Produktion von Weihnachtsgänsen gefährdet?

Für den Menschen ist sie harmlos, Geflügel dagegen rafft sie dahin: Die Geflügelpest H5N8 hat Deutschland erreicht. Der Erreger, der auch Vogelgrippe genannt wird, breitete sich zunächst bei Wildvögeln aus. Jetzt wurde das aggressive Virus auch auf einem Putenhof in Lübeck bestätigt.

Die etwa 100 Tiere des Privathalters wurden getötet und ein Sperrbezirk von drei Kilometern um den Hof eingerichtet. Ein Geflügelhof in Mecklenburg-Vorpommern könnte ebenfalls von der hochansteckenden Geflügelpest betroffen sein, das Ergebnis entsprechender Analysen steht noch aus.

An der aggressiven Variante des Subtyps H5N8 verendete Wildvögel wurden bisher in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Damit die Tiere nicht das Geflügel auf Höfen anstecken, wurde die Stallpflicht massiv ausgeweitet. Der Erreger breitet sich über Kot und verunreinigtes Wasser aus. Auch über Kot an den Schuhen kann er eingeschleppt werden.

Problematisch wird das bei Weihnachtsgänsen: Sie werden zum Großteil im Freien gehalten. Im Stall würden sie oft aggressiv und verletzten einander, erklärt ein Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Dann könne man die Tiere nicht mehr verkaufen. Daher müsse bei der Gänsezucht im Einzelfall geprüft werden, ob eine Stallpflicht nötig sei.

Der wirtschaftliche Schaden bei einem Befall ist enorm. In vielen Bundesländern sind inzwischen vor allem an Seen und Flüssen verstärkt Helfer unterwegs, um gezielt tote oder möglicherweise infizierte Wildvögel zu suchen und um Kotproben zu sammeln. "Wir müssen schneller sein als sich das Virus ausbreitet", heißt es vom ZDG.