Angriffe auf US-Konsulat und Polizeiwache in Istanbul

11. August 2015 - 12:16 Uhr

Türkische Sicherheitskräfte in erhöhter Alarmbereitschaft

Die türkische Metropole Istanbul ist von Anschlägen unter anderem auf das US-Konsulat erschüttert worden. Unbekannte eröffneten das Feuer auf die diplomatische Vertretung im europäischen Teil der Stadt.

Zerstörtes Gebäude in Istanbul nach Bombenanschlag.
Anschläge auf US- Konsulat und Polizeiwache erschüttern Istanbul.
© dpa, Str

Örtlichen Medien zufolge kam es daraufhin zu einem Schusswechsel mit der Polizei, die Angreifer konnten zunächst entkommen. Bereits in der Nacht zuvor wurden bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache im asiatischen Teil zehn Menschen verletzt. Laut Medienberichten starben bei einer anschließenden Schießerei mehrere Menschen.

Die türkischen Sicherheitskräfte befinden sich derzeit in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem die Regierung gleichzeitig gegen die Islamisten-Miliz IS in Syrien und kurdische Extremisten im Nordirak in die Offensive gegangen ist. Polizisten riegelten das Gebiet rund um die US-Botschaft im Bezirk Sariyer ab.

Türkischen Medien zufolge erwiderten die Sicherheitskräfte das Feuer der Angreifer, bei denen es sich um einen Mann und eine Frau handeln soll. Der Sender NTV berichtete, die Polizei habe die Frau später festgenommen. Sie sei bei dem Schusswechsel verletzt worden.

Bei der Festgenommenen handele es sich um ein 42-jähriges Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C, das erst im vergangenen Monat aus der Haft entlassen worden sei, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die DHKP-C hatte 2013 einen Selbstmordanschlag vor der US-Botschaft in Ankara verübt.

Diplomatische Einrichtungen der USA wiederholt Ziel von Angriffen

Diplomatische Einrichtungen der USA in der Türkei waren in der Vergangenheit wiederholt das Ziel von Angriffen. Der Anschlag auf die Polizeiwache im Bezirk Sultanbeyli wurde mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug verübt, wie die Polizei weiter mitteilte. Dabei seien drei Polizeibeamte und sieben Zivilisten verletzt worden. Der Fernsehsender CNN Türk meldete, bei dem anschließenden Schusswechsel seien zwei Angreifer und ein hochrangiger Polizeibeamter getötet worden. Die Schießerei habe sich bis in die Morgenstunden hingezogen.

Die türkische Regierung hatte unlängst einen "synchronisierten Krieg gegen den Terrorismus" ausgerufen und sowohl den Islamischen Staat als auch kurdische Extremisten ins Visier genommen. Hunderte Verdächtige in der Türkei wurden festgenommen, darunter auch Mitglieder der linksextremen Gruppe DHKP-C. Diese hatte sich 2013 zu einem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara bekannt, bei dem ein türkischer Wachmann getötet wurde.