Viele unbeliebte Vierbeiner sind für positive Überraschungen gut

Jede Menge rote Käfer in unseren Gärten: Was krabbelt denn da?

Das rote Krabbeln
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05. September 2020 - 12:05 Uhr

Es kommt auf die inneren Werte an

Er ist klein, rot-orange und trägt schwarze Punkte auf dem Rücken. Gerade relaxt er auf einem der grünen Staudenblätter im Garten. Und dann fällt bei näherer Betrachtung auf: Das ist ja gar kein Marienkäfer. Schwupps, ist die Freude über den krabbeligen Mitbewohner wieder verflogen. Denn zugegebenermaßen ist nicht jeder rote Käfer optisch ein wahres Prachtexemplar. Aber wie heißt es so schön: Es kommt auf die inneren Werte an - und die können im eigenen Garten einiges bewirken.

Die Feuerwanze räumt den Garten auf

Feuerwanze
Feuerwanzen fühlen sich auf Lindenbäumen, Akazien und Malven besonders. wohl.
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Wenn sie in einer Kolonne den Baumstamm erklimmen, fallen sie mit ihrer dunkelroten Färbung und ihren geometrischen schwarzen Figuren auf dem Rücken sofort auf. Die Feuerwanze ist wie der Name schon verrät eine Wanzenart. Sie fühlen sich auf Lindenbäumen, Akazien und Malven wohl. Die Feuerwanzen werden zwar oft als störend empfunden, sind aber weder außerordentlich nützlich noch gefährlich. Sie räumen den Garten auf, da sie tote Insekten und Samenreste vernaschen. Um Feinde abzuwehren, verbreiten sie einen unangenehmen Geruch und halten so die Umgebung von Mücken und Co fern. Kleiner Tipp: Wer sie trotzdem nicht als Mitbewohner möchte, sollte verwelkte Blütenreste regelmäßig entfernen.

Das Lilienhähnchen kommt mit Fressattacken

Lilienhähnchen
Wer Lilienhähnchen in seinem Garten erkennt und ihren Speiseplan durchkreuzen will, muss die Käfer von ihren Pflanzen schubsen.
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Die Käferart der Lilienhähnchen ist ein ernst zu nehmender Blattgenosse - nicht nur wegen seines auffälligen Namens, sondern auch wegen der auffällig großen Fressschäden, die sie hinterlassen. Die graugelben Larven der Lilienhähnchen vertilgen gerne Blumenzwiebeln, der ausgewachsene Blattkäfer macht sich dagegen gerne an Lilien zu schaffen. Die machen sie bis auf den Pflanzenstängel komplett nieder. Die Vielfraße sind gut an ihrem leuchtend rot gefärbten Schild zu erkennen, Beine und Kopf sind in schwarz gehalten.

Wer Lilienhähnchen in seinem Garten erkennt und ihren Speiseplan durchkreuzen will, muss die Käfer von ihren Pflanzen schubsen beziehungsweise "absammeln". Außerdem kann es laut Naturschutzbund (NABU) helfen, seine Pflanzen mit einem Wasserstrahl abzuspritzen oder natürliche Fressfeinde wie Singvögel und Igel anzulocken. Denn Achtung: Werden sie in der geschlossenen Hand zerdrückt, "krähen" sie tatsächlich ähnlich wie ein Hahn. Und das ist ja nun wirklich "Autsch".

Zipfelkäfer sind natürliche Luftreiniger

Zipfelkäfer
Wer viel Totholz in seinem Garten hat, hat den Zipfelkäfer vielleicht schon unwissentlich als Besuch.
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Ein gern gesehener Gast und Freund von Pollenallergikern ist der rote Zipfelkäfer. Pollen gehören zu seinen Leibgerichten, auch tote Insekten und Larven verspeist er mit Vergnügen und sorgt so für weniger Schädlinge im eigenen Grün. Wer viel Totholz in seinem Garten hat, hat den roten Nutzkäfer vielleicht schon unwissentlich als Besuch. Der hält sich nämlich besonders gerne in abgestorbenen Baumteilen und in feuchten, sumpfigen Wiesen auf. Ein Erkennungsmerkmal ist der schwarze Fleck zwischen Kopf und Rumpf.

Marienkäfer bekämpfen im Frühjahr die Blattlaus

Na klar, selbstverständlich gehören auch die kleinen Marienkäfer zu unseren natürlichen Mitbewohnern. Vor allem im Herbst - denn dann ist Hochzeit für die schwarz-gepunkteten Miniflieger. Nach Angaben des Naturschutzbundes NABU nutzen sie die letzten warmen Tage, um sich auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier zu begeben. Beliebte Ziele sind hier Hohlräume wie zum Beispiel Mauerritzen, Dachsparren und der Laubhaufen im Garten. Die sechs Millimeter großen Marienkäfer bringen auch tatsächlich das Glück mit – zumindest für alle die, die einen Garten haben. Im Frühjahr nämlich rücken die gepunkteten Mini-Krabbler aus, um die Blattlaus zu bekämpfen.

Sind Marienkäfer in Wahrheit sexsüchtige Kannibalen?