Angriff auf Soldat ist möglicherweise vorgetäuscht

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14. November 2019 - 13:20 Uhr

Der Angriff auf einen türkischstämmigen Bundeswehrsoldaten im September in Berlin-Neukölln wird von der Generalstaatsanwaltschaft Berlin angezweifelt. Das Verfahren sei eingestellt worden - stattdessen werde nun gegen den 25-jährigen Obergefreiten ermittelt, sagte der Sprecher Martin Steltner am Donnerstag. Der Mann stehe unter Verdacht, "die Straftaten wohl vorgetäuscht" zu haben. Das Motiv sei unklar.

Demnach spreche vieles dafür: "Es wurden Zeugen vernommen, Videoaufnahmen ausgewertet und die Verletzungen untersucht", erklärte Steltner. Der Bundeswehrsoldat hatte angegeben, im September an der Saalestraße von zwei Männern verfolgt und attackiert worden zu sein, als er dort in seiner Dienstuniform unterwegs war. Die Unbekannten sollten ihn getreten, geschlagen und beschimpft haben.

Einer der Angreifer sollte gerufen haben, dass nur Deutsche eine Soldatenuniform tragen dürfen. Der Soldat hatte angegeben, bei dem Angriff am Bein verletzt worden zu sein. Der polizeiliche Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen, weil zunächst von einem rassistischen Motiv ausgegangen worden war. Eine Spur zu den vermeintlichen Angreifern hatte sich jedoch nicht ergeben.

Quelle: DPA